Akkuschrauber

Kaufberatung Akkuschrauber: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Ein Akkuschrauber ist die praktische Ergänzung für das heimische Werkzeugsortiment. Weil die Auswahl und die Preisspanne groß sind, sollte vor der Anschaffung genau überlegt werden, wie das Gerät eingesetzt wird. Nicht jeder Akkuschrauber wird allen Anforderungen gerecht.

Im Grunde klingt die Sache einfach. Ein Akkuschrauber macht lästiges Schraubendrehen mit dem Schraubenzieher überflüssig. Er ist nicht nur komfortabel, sondern gar nicht mal so teuer. In den einschlägigen Baumärkten sind Akkuschrauber schon ab 30 Euro zu haben. Komplizierter wird es allerdings, wenn man sich tatsächlich ein entsprechendes Gerät anschaffen will. Denn beim Blick aufs Sortiment wird deutlich, dass Akkuschrauber auch ein paar hundert Euro kosten können. Angesichts der Vielfalt der Geräte und der großen Preisspanne sorgt das schnell für Verunsicherung.

Sie lässt sich umgehen, wenn man beim Akkuschrauber-Kauf ein paar Grundregeln beherzigt. Große und teure Geräte haben grundsätzlich genauso ihre Berechtigung wie kleine und preiswerte Maschinen. Es kommt letztlich darauf an, was man mit ihnen machen will, um welche Arbeiten es geht und wie oft sie zum Einsatz kommen. Praktisch alle führenden Hersteller wie Bosch, Black & Decker, DeWalt, Metabo und Makita bieten Akkuschrauber für unterschiedliche Anforderungen – hier pauschal auf einen Namen als richtige Lösung vertrauen zu wollen, wäre vollkommen verkehrt.

Akkuspannung und Drehmoment sind entscheidend

Wichtigstes Kriterium ist die Leistung des Akkuschraubers. Sie wird allerdings nicht in Watt angegeben, wie man es von vielen anderen Elektrowerkzeugen und Haushaltsgeräten kennt, sondern es kommt auf die Akkuspannung an. Sie ist ein Gradmesser dafür, wie lange mit hoher Leistung geschraubt werden kann. Top-Geräte für Profis bringen es auf 18 Volt.

Ambitionierte Maschinen für Heimwerker kommen auf 12 bis 14,4 Volt, während Akkuschrauber mit 10,8 Volt und weniger nur für gelegentliche Arbeiten im Haushalt zu gebrauchen sind. Eine besonders kleine Akkuspannung hat übrigens auch zur Folge, dass der Schrauber schnell entladen ist. Das ist ärgerlich, wenn man ihn nach längerer Ruhezeit wieder einmal spontan benötigt.

Das zweite Kriterium für einen guten Akkuschrauber ist das Drehmoment – letztlich ein Maß, mit wie viel Kraft eine Schraube eingedreht werden kann. Hier gilt es zu überlegen, ob man kleine Schrauben in die vorgebohrten Löcher eines Bausatzregals drehen will oder es um starke Verbindungen im Außenbereich geht. Letzteres erfordert ein hohes Drehmoment von 40, besser 50 Newtonmetern. Für Gelegenheits-Heimwerker tun es dagegen bereits 25 bis 30 Newtonmeter.

In diesem Zusammenhang findet man in den Produktbeschreibungen immer wieder die Ausdrücke hartes und weiches Drehmoment. Diese Angaben besitzen alle Akkuschrauber, die über ein Zwei-Gang-Getriebe verfügen – ein Merkmal, das in der Praxis wichtig ist, ganz besonders auch für ungeübte Handwerker. Der erste, langsame Gang dient zum gefühlvollen Anlaufen, bevor das Gerät automatisch in den schnelleren zweiten Gang wechselt. Das erleichtert zunächst das Andrehen der Schraube und spart im Anschluss Zeit.

Große Geräte sind nicht immer besser

Hat man mittels Akkuspannung und Drehmoment die wesentlichen Eckdaten des Akkuschraubers definiert, sollte man noch auf weitere Kriterien achten. Die Abmessungen gehören dazu. Wer zum Beispiel viel an fertig montierten Möbelstücken arbeitet, hat oft nicht viel Platz. Geräte mit den Maßen einer großen Bohrmaschine sind da eher unhandlich. Umgekehrt sind Akkuschrauber mit Zusatzgriff vorteilhaft, wenn beim Eindrehen großer Schrauben viel Kraft verlangt wird.

Wer so eine Maschine sucht, sollte sich auch die Frage stellen, ob nicht ein Gerät mit Schlagfunktion einem herkömmlichen Akkuschrauber vorzuziehen ist. Das macht die Anschaffung zwar teurer, vergrößert aber das Einsatzspektrum, weil das Gerät fast zur Bohrmaschine wird. Wer jedoch bereits eine solide Bohrmaschine und gar einen Bohrhammer sein Eigen nennt, braucht dieses Extra nicht unbedingt.

Der neueste Trend bei den Akkuschraubern sind Antriebe, deren Elektromotor ohne sogenannte Kohlebürsten auskommt. Das sorgt für mehr Leistung, kompaktere Abmessungen, längere Akkulaufzeit und höhere Lebensdauer. Noch sind diese Geräte aber rund 50 Prozent teurer als Maschinen mit herkömmlichem Elektromotor und eher in der Profiklasse zu finden. Von größerem Interesse ist indes die Spannweite des Bohrfutters. Gerade wenn man in das Gerät bereits vorhandene Bohrer einspannen möchte, ist es wichtig, auf die möglichen Durchmesser zu achten: 10 Millimeter sollten es mindestens sein, 13 Millimeter erhöhen die Flexibilität.

Attraktive Komplett-Sets sind für Einsteiger sinnvoll

Apropos Bohrer: Wer erst anfängt, sich auszurüsten, sollte sich überlegen, ob ein Komplett-Set nicht sinnvoller ist. Es ist zwar teurer, umfasst aber zusätzlich zum Akkuschrauber noch ein großes Sortiment an Bohrern und Bits in allen Variationen. Auch ein Reserve-Akku ist oft dabei, der für einen langen Bastel-Tag sinnvoll ist. Umgekehrt ist es eine Überlegung wert, bei einem vorhandenen Maschinenpark bei der gleichen Marke zu bleiben: Gegebenenfalls kann man dann einen Akkuschrauber ohne Akku kaufen, der stattdessen von einem vorhandenen Gerät übernommen wird.

Sicher nicht das wichtigste Kriterium, aber eines, dass im Entscheidungsfall ausschlaggebend sein kann: eine kleine LED-Beleuchtung, mit der die Arbeitsstelle angestrahlt wird. Dann klappt es auch mit dem Schrauben in dunklen Ecken.

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