Cardboard

Virtual Reality: Mit einem Cardboard wird Ihr Smartphone zur VR-Brille

Um in Virtual Reality einzutauchen, bedarf es gar nicht so viel: Neben einem Smartphone mit passender App braucht es nur ein sogenanntes Cardboard. Wer will, kann das aus Karton auch selber basteln oder für einige Euro einen pfiffigen Komplettbausatz erwerben.

Smartphones sind wahre Multi-Talente. Unzählige Apps verwandeln sie in Routenplaner, Spielekonsolen, Office-Tools und vieles andere mehr. Doch mit dem richtigen Zubehör öffnet nahezu jedes Smartphone auch die Pforten in eine völlig neue Welt: die virtuelle Realität. In ihr taucht der Nutzer in Sphären ein, die bislang nur durch viel größere und teurere Geräte – sogenannte Datenbrillen – zugänglich waren.

Möglich macht das nicht nur eine entsprechende App, sondern vor allem das sogenannte Cardboard. Bei ihm handelt es sich um eine Halterung, mit der das Smartphones vollflächig in den Sichtbereich des Nutzers rückt. Wer ein Cardboard aufsetzt, sieht aus, als hätte er eine überdimensionale Brille auf der Nase – eine VR-Brille. Tatsächlich ermöglicht die Halterung, dass sich der Blick des Trägers vollständig auf das quer eingesetzte Smartphone richtet und er von äußeren Einflüssen abgeschirmt ist.

Die virtuelle Realität eröffnet eine völlig neue Sichtweise

Damit eröffnet sich eine vollkommen neue Sichtweise auf die unterschiedlichsten Dinge. Noch ist das Angebot VR-tauglicher Apps für Apple, Android und Windows überschaubar. Doch Experten gehen davon aus, dass schon in kurzer Zeit der Markt für Anwendungen von virtueller Realität explodieren wird. Gerade in der Bau-, Architektur- und Immobilienbranche könnte das klassische Exposé bald schon ausgedient haben. Statt einfacher Fotopräsentationen macht der Interessent künftig einen virtuellen Rundgang durch das Objekt.

Damit lässt sich viel leichter entscheiden, ob Raumzuschnitt und Ausstattung seinen Vorstellungen entsprechen. Aber auch andere Branchen profitieren von der virtuellen Realität: Der gesamte Bildungssektor gehört dazu. Wo ansonsten abstrakte Darstellungen Wissen vermitteln, werden künftig Projektionen virtuelle Welten abbilden. Gerade auch in der Medizin, Pharmazie und Rehabilitationstechnik bedeutet das neue didaktische Wege – für Studenten genauso wie für Ärzte und Patienten.

Extrem-Erlebnisse für jedermann

Doch selbst die Mode- und Bekleidungsindustrie sieht mit Virtual Reality völlig neu aus. Wie das geht, zeigt heute schon der Schweizer Outdoor-Spezialist Mammut mit der vielleicht besten VR-App, die aktuell auf dem Markt ist. Sie ist kostenlos für Android und Apple iOS im jeweiligen App-Store erhältlich und zeigt, wohin die Reise künftig geht. Dass sie im konkreten Fall auf Matterhorn, Eiger und Mont Blanc führt, ist angesichts der Produktsparte von Mammut nicht verwunderlich.

Das Unternehmen scheute dabei weder Kosten noch Mühen und stattete Profi-Alpinisten mit einem Spezialrucksack aus, der über sechs Kameras verfügte. Sie lieferten die Bilder für ein Erlebnis, das nicht nur bei Berg-Begeisterten Gänsehaut erzeugt: Die VR-App „project360“ gibt dem User in Verbindung mit einem entsprechenden Cardboard das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein. Wohin der Betrachter auch blickt, alles wirkt dank virtueller Technik so, als hinge er gerade selbst in der Eigernordwand. Alleine schon dieses Erlebnis ist Grund genug, sich ein Cardboard anzuschaffen.

Urvater aller Cardboards ist das Google Cardboard. Seit seiner Vorstellung 2014 wurden weltweit knapp 20 Millionen Exemplare verkauft. Anders als das ebenfalls vom US-Konzern angebotene Google Glass, das mit Einspielungen auf transparente Brillengläser einen Ausflug in die Augmented Reality ermöglicht, ist das Cardboard vergleichsweise einfach gehalten – auch deshalb, weil sie kein Fertigprodukt, sondern ein Bausatz ist. Zur raschen Verbreitung trug aber auch bei, dass andere Hersteller das Cardboard nachbauten – zum Preis von zehn Euro aufwärts. Doch es geht sogar noch günstiger: Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen für den Selbstbau von Cardboards.

Cardboards sind simpel gemacht und einfach zu bauen

Hauptbestandteil ist dabei kräftiger Karton, der entsprechend gefaltet wird. Beim vorgestanzten Cardboard von Google geht das natürlich einfacher, weil Falze vorhanden sind. Grundsätzlich ist es aber auch mit Blankokarton möglich. Ein kleiner Magnet, zwei kurze Klettverschlussstreifen sowie ein gewöhnliches Gummiband sind weitere haushaltsübliche Bestandteile, die dem Google-Set schon beiliegen. Es enthält zudem auch zwei bikonvexe Linsen, die beim Eigenbau beim Optiker besorgt werden müssen.

Sie sind zwingend nötig, um aus den beiden stereoskopischen Bildern des Smartphones ein dreidimensionales Erlebnis werden zu lassen: Mit ihnen verschwimmen die Einzelbilder im Kopf zu einem räumlichen Eindruck. Eine entsprechende VR-App, die ohne Cardboard betrachtet wird, zeigt nämlich nur einen Splitscreen, dessen Bilder sich marginal durch den Blickwinkel der Aufnahme unterscheiden. Ohne VR-Brille bedarf es eines geübten Auges, um daraus einen dreidimensionalen Eindruck zu bekommen. Da ist der Zusammenbau des Cardboards auf jeden Fall einfacher.

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