Garage oder Carport – wo liegen die Vor- und Nachteile?

Das Auto sicher unterstellen

Ob Neu- oder Altbau, wer ein eigenes Auto besitzt, möchte es im Idealfall trocken und sicher parken und im besten Fall sogar trockenen Fußes ins Haus gelangen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Carport oder Garage.

Um zu entscheiden, ob eher ein Carport oder eine Garage in Frage kommt, gilt es mehrere Punkte abzuwägen. Dazu gehören neben der zur Verfügung stehenden Fläche natürlich die Art der Zufahrt, die Funktionsweise des Garagentors, die Länge der Bauzeit und das verfügbare Budget. Weniger relevant, aber sehr wichtig für den Gesamteindruck des Hauses: Form und Materialien. Sie sollten stilistisch auf die Architektur des Hauses abgestimmt werden. Aber was genau spricht für eine Garage und was für einen Carport?

Die Garage – mehr Stauraum, mehr Möglichkeiten

Eine Garage bietet beispielsweise zusätzlichen geschlossenen Raum, in dem sich außer dem Wagen noch die Fahrräder, Getränkekisten oder Rasenmäher verstauen lassen: ein perfekter Stauraum-Ersatz für einen fehlenden oder zugestellten Keller. Entsprechend größer muss man sie aber dimensionieren, falls es das Budget zulässt.

Wenn wirklich nur das Auto geparkt wird, reicht ein Meter Freiraum zwischen Fahrzeug und Wänden. Dann genügt auch eine einfachere Ausführung als Unterschlupf. Wer die Garage besser ausstattet, kann sie auch als Hobbyraum oder Werkstatt nutzen. Ein lichtdurchlässiges Dach sorgt für genügend Helligkeit beim Werkeln oder Tischtennisspielen. Hier empfiehlt sich Kunstglas: Es ist günstig und leicht zu bearbeiten. Aber: Wer sich für eine Garage entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass sie etwas teurer sind als ein einfacher Carport. 

Wer hier sparen möchte, kann beispielsweise auf eine Fertiggarage zurückgreifen. Sie ist in relativ kurzer Zeit selbst aufgebaut. Hierbei sollte der Bauherr aber über handwerkliches Geschick verfügen und genau prüfen, wie viel Kosten er mit dem Erbringen von Eigenleistung gegenüber dem professionellen Aufbau der Garage tatsächlich sparen kann.

Als Materialien bieten sich Stahlbeton, Leichtbeton, Stahlblech, Faserzement oder Kunststoff an. Bei Beton kann auf ein Fundament verzichtet werden, ein verdichtetes Schotter- oder Splittbett reicht aus. Bei anderen Baustoffen ist ein Streifen- oder Punktfundament nötig.
Eine Fertiggarage kommt besonders für einen nachträglichen Anbau in Frage. Wichtig ist dann eine ausreichend breite Auffahrt zur Baustelle, damit der Lkw keine Probleme bei der Anlieferung hat.

Ein wichtiger Punkt: das Garagentor

Es verschließt die Garage einbruchsicher. Für welches Garagentor man sich entscheidet, hängt vor allem auch von der Nutzung der Garage ab. Wird der Platz an der Decke als Abstellfläche für sperrige Dinge wie Surfbretter oder Dachgepäckträger benötigt, sind Garagen-Rolltore (die Lamellen wickeln sich auf einer Welle über der Toröffnung auf) oder Seiten-Sectionaltore eine gute Wahl, die an der Wand neben der Toröffnung laufen.

Seiten-Sectionaltore eignen sich besonders, wenn das Tor der einzige Zugang zur Garage ist und diese häufig mit Fahrrädern oder Motorrädern frequentiert wird, denn das Tor kann für den Personen- und Zweiraddurchgang passend, das heißt nur zum Teil geöffnet werden.

Wird der Platz oberhalb des Tores nicht benötigt, ist ein Sectionaltor die richtige Wahl, bei dem die Torglieder über Führungsschienen nach oben unter die Garagendecke geschoben werden. Ob halbrunde oder schräge Toröffnung, ein Sectionaltor passt immer. Vorteile gegenüber den früher häufig eingesetzten Schwingtoren: Dadurch, dass die Führungsschienen hinter der Garagenöffnung verlaufen, bleibt die volle Einfahrtsbreite (bis zu 14 Zentimeter mehr) erhalten. Zudem kann der Platz vor der Garage zum Abstellen weiterer Fahrzeuge genutzt werden und die Gefahr, dass das Tor in der Garage geparkte größere Autos beim Ausschwingen beschädigt, bleibt aus.

Carport: die günstige Alternative zur Garage

Auch ein Carport bietet viele Vorteile. Seine Anschaffung ist im Vergleich zur Garage relativ preiswert, dennoch schützt er den Wagen sicher vor Regen und Laubfall. Zudem kann das Auto im luftigen Unterstand rasch trocknen und rostet weniger als in einer schlecht belüfteten Garage.

Optisch drängt sich die Auto-Überdachung weniger auf als eine Garage – ideal für kleine Grundstücke. Sechs mal drei Meter gelten als Mindestmaß.

Die meisten Carports sind aus Holz konstruiert, aber auch Aluminium oder Beton sind denkbar. Holz muss qualitativ hochwertig und vor allem witterungsbeständig sein. Gutes Material hat eine gleichmäßige, frische Farbe, und die Jahresringe liegen eng aneinander, so ist es fester. Generell sollten die Werkstoffe für Carports korrosionsgeschützt sein. Stahl- und Alukonstruktionen bieten unterschiedliche Wandfüllungen vom Spanndraht für Rankgewächse über Holzlatten bis zu geschlossenen Stahlwellenwänden.

Fürs Aufbauen gilt: Meist werden Ständer oder Stützen auf Punktfundamenten verschraubt, mit Querriegeln verbunden, darauf wird das Tragwerk fürs Dach befestigt. Als Deckung eignen sich alle üblichen Materialien, ein Gründach lässt den Carport optisch reizvoll mit dem Garten verschmelzen. Wer abschließbaren Stauraum braucht, erweitert den Unterstand um einen Geräteraum.

Benötigt man eine Baugenehmigung?

Prinzipiell gilt: Garagen und Carports sind genehmigungspflichtig. Die örtliche Baubehörde gibt Auskunft über die Auflagen. So kann beispielsweise die Landesbauordnung den Abstand zur Nachbarparzelle vorschreiben, häufig beträgt er drei Meter. Außerdem legt sie fest, ob ein Bauantrag nötig ist oder eine Bauanzeige genügt – in Gebieten mit qualifiziertem Bebauungsplan reicht letztere. Die Regelungen sind nach Bundesland unterschiedlich, es ist sinnvoll, sich bei der Kommune zu erkundigen. Auch der Nachbar sollte vorher gefragt werden, denn meist muss er zustimmen.

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