Wohngesundheit – darauf sollten Sie achten

Ökologische Baustoffe

Zwei Drittel aller privaten Bauherren informieren sich vor ihrer Baumaßnahme über die Unbedenklichkeit von Baustoffen. Das ist eines der Ergebnisse der zweiten Studie „Gesund Wohnen“, welche die Baumit GmbH und das Sentinel Haus Institut haben erstellen lassen. Aber wie erkennt man diese Unbedenklichkeit?

Nach dem Klassiker Schimmel – 86 Prozent der Befragten empfinden diese Belastung als sehr bedenklich – machen sich private Bauherren vor allem Sorgen um die Gesundheitsgefährdung durch Emissionen aus Bauprodukten.

  Verschiedene Bodenbeläge beispielsweise können das Raumklima durch entweichende flüchtige organische Verbindungen (VOC) schädigen und damit zum Gesundheitsrisiko werden. Wer sich absichern möchte, sollte auf Qualitäts- und Gütesiegel setzen. Sie können bei der Auswahl des richtigen Bodenbelags helfen. Doch Vorsicht: Die Öko-Zertifizierung von Möbeln, Böden und Baustoffen erfolgt nicht einheitlich und die verschiedenen Prüfzeichen sind kaum miteinander vergleichbar. Zu den bekanntesten Siegeln gehören TÜV, Ökotest, Blauer Engel und Natureplus. 

Obwohl gesundes Wohnklima, natürliche Materialien, umweltschonende und wiederverwendbare Produkte immer mehr in den Fokus von Hausbauinteressenten treten, zählen für viele Bauherren beim Kauf von Teppich, Laminat und anderen Böden trotzdem noch immer der Preis und die Farbe zu den wichtigsten Kaufkriterien.

Baustoffe aus der Natur

Dabei sind sich viele Experten einig: Die besten Baustoffe kommen aus der Natur. Holz beispielsweise: Der traditionelle Baustoff, der seit Jahrhunderten zum Hausbau genutzt wird, ist auch heutzutage nicht zu ersetzen. Er ist diffusionsoffen, chemiefrei, allergenfrei und schließt somit Ausgasungen von Schadstoffen aus. Zudem ermöglicht das Naturmaterial ein schnelles und somit effizientes Bauen. Auch zur Dämmung gibt es mit Holzfaserplatten und Zellulose empfehlenswerte Lösungen aus natürlichen Rohstoffen.

Eine Alternative zum Bauen mit Holz sind moderne Ziegel. Sie sind bereits ohne zusätzlich aufgebrachte Dämmung hoch wärmedämmend, und je nach Wandstärke sind geförderte KfW-Effizienzstandards bis zum Passivhaus möglich. Ein angenehmes Raumklima zu jeder Jahreszeit sowie dauerhafte Energieeinsparung sind das Ergebnis.

Architekten nutzen ihr Wissen nur zum Teil

Die große Bedeutung des gesünderen Bauens und Wohnens wird von Architekten allerdings bisher nur zum Teil berücksichtigt. Auf die Frage „Hat Ihr Architekt/Planer hinsichtlich der Wohngesundheit auf die Vor- und Nachteile bestimmter Baustoffe oder auch Bauweisen hingewiesen?“ antworteten nur 27 Prozent der Bauherren mit „Ja, und zwar ausführlich“, weitere 32 Prozent mit „Ja, aber eher beiläufig“. Immerhin ein Drittel aller Architekten bei privaten Bauvorhaben kümmerte sich überhaupt nicht um Fragen der Wohngesundheit. 

Dies mag mit dem umfangreichen Kriterienkatalog zusammenhängen, der von den Planern bearbeitet werden muss. In der Wahrnehmung der Bauprofis stehen – mit nur geringen Unterschieden in der Relevanz – vor allem die Themen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Innenraumhygiene und Recyclingfähigkeit auf der Agenda. Ein Grund für die Wahrnehmung des Themas Energieeffizienz als wichtigstem Bereich ist sicherlich, dass es hier detaillierte staatliche Vorgaben gibt. Diese fehlen zum Beispiel bei den Themen Nachhaltigkeit oder Innenraumhygiene. Auch die Frage der EDV-gestützten Werkzeuge zur Bearbeitung mag eine Rolle spielen.

Mehr Informationen liefert das Sentinel Bauverzeichnis

Für die Suche nach emissionsgeprüften, wohngesunden Baustoffen gibt es inzwischen eine Lösung: das Sentinel Bauverzeichnis. Die Online-Plattform beinhaltete bereits zum Start mehr als 700 geprüfte Baustoffe. Zudem können geschulte Experten und Handwerker recherchiert werden.

Fünf Regeln für gesundes Bauen und Wohnen
Wenn das Bauvorhaben über eine bloße Renovierung der Böden hinausgeht, wird es komplexer. „Ein gesundes Eigenheim ist leider keine Selbstverständlichkeit“, weiß Schwäbisch Hall-Architekt Sven Haustein. Um als Bauherr oder Immobilienkäufer sicherzugehen, dass keine Gefahren für die Gesundheit oder die Umwelt bestehen, empfiehlt es sich, im Bau- bzw. Kaufvertrag strenge Öko-Kriterien festzulegen:
  1. Architekten, Bauträger oder Verkäufer nach Erfahrungen und Zertifizierungen fragen.
  2. Bedürfnisse (etwa von Allergikern), Kriterien und Vorgaben im Bauvertrag festschreiben.
  3. Planer und Handwerker nach ihren baubiologischen Erfahrungen fragen und danach auswählen. Gegebenenfalls Haftungsansprüche vertraglich regeln.
  4. Auf Öko-Gütesiegel und Zertifizierungen achten und Mindeststandards für schadstofffreie Materialien schriftlich vereinbaren.
  5. Verbaute Inhaltsstoffe erfragen oder idealerweise in den Bauvertrag mit aufnehmen.
  6. Bau- und Gebäudequalität durch Sachverständige mit baubiologischer Expertise absichern.

Quelle: Schwäbisch Hall
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