Stilvoll aufs Rad

Design-Radkleidung

Grelle Wurstpellen-Optik auf dem Rad war noch nie schick. Aber jetzt ist sie ganz out. Denn Freizeit- und Stadtradler können sich in jeder Situation mit Stil in den Sattel schwingen – und müssen dennoch nicht schwitzend oder durchnässt im Büro oder am Tourziel ankommen.

„ MAMILS“. So verunglimpft man im englischen Sprachraum einen bestimmten Typ Radfahrer: den „middle aged man in lycra shorts“, zu deutsch den „Midlife-Krisen geschüttelten Mann in Lycra-Radhosen“. Manche Cafés an touristischen Radrouten halten in Australien und Großbritannien schon mit Plakaten am Eingang die schlecht gekleideten potenziellen Kunden vom Eintreten ab: „NO LYCRA!“

Im Land der Tweed-Anzüge und Karo-Hemden mag man über den Stilbruch ganz besonders „not very amused“ sein. In Deutschland lassen Gastronomen in aller Regel mehr Toleranz walten. Aber auch hierzulande finden es selbst hartgesottene Alltagsradler als unpassend, in Lycra-Hosen zur Arbeit zu radeln – und ihre Mitmenschen sowieso. 

Die Hersteller von Radkleidung haben den Bedarf an Stilsicherheit unter der wachsenden Schar von Stadtradlern erkannt. Mit funktionaler, aber unauffälliger Radmode wollen sie dem Bedürfnis nach gelungenem Auftritt im Sattel und im Büro gleichermaßen Rechnung tragen. Dabei können urbane Radfahrer mit der neuen Funktionsmode nicht nur ihrem geschmacklichen Gewissen treu bleiben. Viele der Kleidungsstücke mit radspezifischen Details stammen auch aus einer nachhaltigen Produktionskette. Unsere Dia-Schau stellt einige besonders schöne Stücke vor.

Triple2 ist einer der Pioniere funktioneller, dezent gestalteter und nachhaltig produzierter Radkleidung, die Kort-Shorts ein gutes Beispiel des Ansatzes, den inzwischen auch viele andere verfolgen: Sie hat einen breiten Bund und verstärkte Nähte. Versteckte Reflektoren sorgen für erhöhte Sichtbarkeit, in eine Extra-Schlaufe am Bund kann ein Bügelschloss eingehängt werden. Die Hose ist aus einem Baumwoll-Polyester-Mix gefertigt, trocknet schnell und ist dabei atmungsaktiv und geruchsneutral. Aus einer ähnlichen Materialkombination besteht das Rump-Shirt.

Auf dem Rad spannen Hemden oder Blusen oft unangenehm im Schulterbereich: nicht so beim Rump Shirt. Sein Schnitt ist speziell aufs Radfahren angepasst: Das Rückenteil ist verlängert, der Frontbereich kürzer, längere Arme und eine Dehnungsfalte an den Schultern sorgen für genug Bewegungsfreiheit. Die Druckknöpfe können einhändig geöffnet werden. Funktionell und dabei doch unauffällig ist die Regenjacke Flog. Sie ist ergonomisch geschnitten, besteht aus 3,5-Lagen-Material und hat eine Wassersäule von 20.000 Millimeter. Große Belüftungsöffnungen sorgen für besondere Atmungsaktivität.

Fahrradhosen – mal anders

Die Mode-Marke Levi’s etabliert sich auf dem Markt der urbanen Fahrradmode mit der Serie Commuter. Neben Shirts und Jacken für den Stadtradler sind besonders die Radhosen/-jeans hervorzuheben.

Die Commuter Jeans ist wasser- und schmutzabweisend, das Material ist für größtmögliche Bewegungsfreiheit mit Stretch versehen und an kritischen Stellen verstärkt. Der Bund ist am Rücken höher geschnitten. Besonders schön und auch bei anderen Fahrrad-Jeans zu finden, sind die Reflektoren, die bei hochgekrempeltem Hosenbein sichtbar werden.

Für Frauen gibt es neben der Commuter Jeans noch die Commuter Skinny, die eng sitzt und eine hohe Taille hat. Auch sie sorgt mit Reflektorbändern an den Säumen für gute Sichtbarkeit. Eine andere durchdachte Bike-Jeans wurde vom Hosen-Hersteller Alberto entwickelt. Ebenfalls wasser- und schmutzabweisend, fallen hier besonders die schön detaillierten Reflektoren an den Säumen auf.

Stauraum, Stil und Funktion

Die moderne Gepäckträgertasche Abus Lyria lässt sich durch eine große Öffnung einfach befüllen und ist mit praktischen Magnetverschlüssen ausgestattet; auch die Koki-Tasche Boki hat Magnetverschlüsse und eine große Öffnung; in das kleinere Modell Dilly (Lenker- oder Umhängetasche) passt ein Tablet, die durchsichtige Tasche in der Frontklappe ist zugleich ein Kartenfach. 

Das Thema Sichtbarkeit wird besonders gut von Ortlieb gelöst. Die High Visibility-Linie sorgt durch Reflexgewebe für 360°-Sichtbarkeit wie beim Velocity-Rucksack. Zudem gibt es seit Kurzem die schicke Urban-Linie von Ortlieb, zu der auch die Urban Reporter Bag aus robustem Cordura-Baumwoll-Mix mit wasserdichtem Reißverschluss zählt. Dank Schultergurt plus Extra-Gurt sitzt sie in Radhaltung sicher. 

Den „Messenger-Style“ der Tasche auf dem Rücken hat Timbuk2 schon vor Jahrzehnten geprägt. Die US-Marke gibt auf ihre Produkte eine lebenslange Garantie. Ihr Stork Diaper Messenger Bag ist nicht nur etwas für Eltern, die eine coole Windeltasche wollen. Ohne Baby-Zubehör ist die Tasche einfach eine Messenger Bag, die viel Platz und Schutz fürs Notebook bietet und perfekt auf dem Rad sitzt.

Interessant für Reise- und Stadtradler ist der kultige Red Hook Crit Travel Backpack. Denn der extraleichte Rucksack trägt sich vollgepackt angenehm (durchlässige Schultergurte sorgen für eine gute Belüftung), ist aber gleichzeitig so klein zusammenfaltbar, dass er bequem in vollen Packtaschen Platz findet.

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