Couchsurfing

Couchsurfing oder Couchhopping: Alles was Sie zum neuen Reisetrend wissen müssen

Surfen auf der Couch? Was zunächst ein bisschen albern klingt, ist ein Reisetrend, der sich vor allem bei jungen Menschen großer Beliebtheit erfreut. Statt in einem Hotel, einer Pension oder wenigstens in einer Jugendherberge zu übernachten, verbringt man die Nacht auf den Sofas von Privatpersonen. Wobei den Reisenden – als Surfer bezeichnet – natürlich auch ein richtiges Bett erwarten kann und nicht nur ein Notbehelf.

Der eigentliche Clou an der Sache ist aber, dass die Übernachtung unentgeltlich ist: Weder darf der Gastgeber Geld fordern, noch der Reisende etwas bezahlen. Nur für zusätzliche Leistungen wie Mahlzeiten, eine Stadtführung oder einen Transfer darf etwas verlangt werden.

Couchsurfing macht Reisen also besonders preiswert. Der Begriff ist gleichzeitig Reiseform wie Reiseunternehmen. Denn Couchsurfing ist ein professionell organisiertes Gastfreundschaftsnetzwerk, in dem jedermann kostenlos Mitglied werden kann. Wichtig ist dabei, dass Schlafplatzsuchende nicht zwangsläufig auch eine Übernachtungsgelegenheit anbieten müssen. Natürlich werden die Mitglieder motiviert, auch Reisende aufzunehmen. Tatsächlich, so zeigen es die Statistiken von Couchsurfing, nutzen die meisten Mitglieder die Plattform zunächst zur Bettensuche – um dann, nach entsprechenden positiven Erfahrungen, ihrerseits Schlafplätze zur Verfügung zu stellen.

Dass Couchsurfing in Nordamerika, wo es erfunden wurde, besonders populär ist, ist logisch. Doch auch in Europa verzeichnet die neue Form der Gastfreundschaft regen Zulauf: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien rangieren bei den registrierten Benutzern weit vorne. In Regionen wie Afrika oder Zentralasien gibt es dagegen nur wenige Mitglieder. Trotzdem sind es in Summe inzwischen schon weltweit über zehn Millionen Menschen in fast allen Ländern der Erde.

Couchsurfing ist sicher nicht jedermanns Sache. Dem Reisenden muss bewusst sein, in die Privatsphäre des Anbieters zu tauchen und seine eigene mit ihm zu teilen. Ein eigenes Bad ist nicht zu erwarten. Dafür muss man damit rechnen, die Schlafcouch im Wohnzimmer abzubekommen – besonders engen Familienanschluss inklusive. Doch genau das sieht Couchsurfing als eigene Stärke. Mit der Gastfreundschaft geht auch ein gegenseitiger Kulturaustausch einher. Der Reisende lernt viel über Land und Leute kennen. Er erhält einen Einblick in die Alltagskultur einer Stadt oder Region. Das betrifft politische Diskussionen genauso wie die Speisen und Getränke oder den Lebensstil.

Damit der Besuch nicht zum Blinddate wird und die Reise nicht im Chaos versinkt, gibt es Möglichkeiten, sich im Vorfeld über den Gastgeber zu informieren. Jedes Couchsurfing-Mitglied legt ein eigenes Profil an. Bei den Anbietern fällt es üblicherweise umfangreicher aus. Dabei muss es nicht nur um Schlafgelegenheiten gehen. Auch private Stadtführungen finden sich beim Couchsurfing.

Doch im Wesentlichen dreht es sich natürlich um Übernachtungen. Seriöse Anbieter präsentieren deshalb auf dem Portal nicht nur den Schlafplatz, sondern geben auch einen groben Überblick über die Wohn- und Lebenssituation. Muss beispielsweise der Gastgeber immer frühmorgens aus dem Haus, sollte es der Reisende wissen, dass er auch zeitig zu gehen hat. Ob in der Wohnung geraucht wird ist genauso von Bedeutung wie die Frage für Allergiker nach entsprechenden Haustieren.

Aber auch ganz andere Details im Profil sind wichtig: Kann ein Pärchen zu Besuch kommen, oder gibt es nur Platz für einen? Und manche weiblichen Anbieter nehmen nur Frauen bei sich auf.

Weil Profile in allen Arten von Internet-Portalen nicht unbedingt immer wahrheitsgemäß ausgefüllt werden, gibt es bei Couchsurfing noch weitere Möglichkeiten, die für Sicherheit und Vertrauen sorgen. Aussagekräftig sind Referenzen und Bewertungen von anderen Mitgliedern, die hier bereits zu Besuch waren. Auch ein spezielles Bürgschaftssystem, bei denen sich die Personen persönlich kennen, sorgt für zusätzliche Transparenz. Und nach erfolgreichem Online-Erstkontakt ist es zudem durchaus sinnvoll, den Gastgeber vor Reiseantritt auch telefonisch zu kontaktieren.

Damit ist wenigstens das erste Eis gebrochen – auf beiden Seiten. Denn auch der Anbieter möchte im Vorfeld gerne wissen, wer zu Besuch kommt. Hier ist zu beachten, dass der Schlafplatzsuchende beim Gastgeber seiner Wahl eine Übernachtungsanfrage stellt und keine verbindliche Buchung tätigt. Es ist der Gastgeber, der die Entscheidung trifft, ob der Couchsurfer aufgenommen wird. Deswegen ist auch sinnvoll, dass der Suchende ein detailliertes Profil pflegt und seine Bewertungen präsentiert. Denn auch der Gast sollte durch seine Gastgeber bewertet werden.

Kommen beide schließlich zusammen, sollte sich der Reisende bewusst machen, dass der Austausch mit dem Gastgeber zur Grundidee des Couchsurfings gehört. Sich morgens aus dem Haus zu schleichen, um spät abends nach großer Sightseeingtour müde aufs Nachtlager zu fallen, widerspricht dieser Idee. Gemeinsame Mahlzeiten oder Unternehmungen gehören also zum Konzept dazu. Darauf sollten sich beide Seiten einlassen können.

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