Roboter zum Rasenmähen -

So funktionieren die Hightech-Ziegen

Grashalme kürzen, wie von Geisterhand – Roboter zum Rasenmähen versprechen ein Schlaraffenland für jeden Heimgärtner. Was ist dran an der neuen Technik? Wo lauern Fallen, was ist beim Kauf zu beachten?

Wenn es um das Rasenmähen geht, rutscht die Stimmung des Patriarchen bisweilen in den Keller. Statt Fußball-Bundesliga schauen und auf dem Sofa abhängen, heißt es raus und Rasen kürzen. Gottseidank gibt es für diese Bedrohung des Haussegens eine Lösung: so genannte Rasenroboter. Wer diesen Geräten zusieht, wie sie kreuz und quer durch den Garten wieseln, denkt unweigerlich an die Staubsaug-Roboter.

Wie von Geisterhand

Nicht ganz zu Unrecht: Auch ein Roboter zum Rasenmähen verrichtet seine Arbeit selbsttätig. Die meisten Geräte mähen nach dem Mulch-Prinzip: Dabei wird das Schnittgut im Rasenmäher sehr fein zerkleinert und wieder auf dem Rasen verteilt. Diese Technik bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Das mühsame Zusammenrechen der abgetrennten Halme entfällt und diese können dann auch als Dünger verwendet werden. Dieses Prozedere entlastet vor allem Menschen, die auf frisch geschnittenes Gras allergisch reagieren. Durch den Naturdünger wird der Rasen dichter und durch das regelmäßige Schneiden auch ansehnlicher.

Echte Leisetreter, diese Rasenroboter

Ein solcher Roboter zum Rasenmähen ist mit Elektromotoren ausgestattet und arbeitet daher relativ leise: Die Geräuschentwicklung liegt bei rund 70 Dezibel, Top-Geräte schaffen mittlerweile sogar einen Schallpegel von circa 50 Dezibel, das ist in etwas so laut, wie ein Radio in Zimmerlautstärke. Zum Vergleich: ein regulärer Rasenmäher ist rund 100 Dezibel laut.

Dagegen hören sich die autonom agierenden Geräte wie ein Flüster-Mähen an. Auch bei den Kosten schlagen sich die Rasenroboter sehr beachtlich: Bei einer Fläche von rund 1.800 Quadratmetern gönnt sich ein solcher Helfer etwa 27 Kilowattstunden pro Monat, das entspricht etwa fünf bis zehn Euro pro Monat, je nach Tarif und Tageszeit der Aufladung. Das hängt natürlich davon ab, wie oft der Rasenmäher zur Hilfe gerufen wird. Gleiches gilt natürlich auch für die Akkus: Die halten etwa 2.500 bis 3.000 Ladungen.

Und wie schaut es mit der restlichen Hardware aus? Die Lebensdauer der Mähklingen ist natürlich von den Einsatzzyklen und der Beschaffenheit des Rasens abhängig. Die aber, ähnlich, wie normale Haushaltsmesser nachgeschliffen werden können, ehe man sie austauschen muss.

Steuerung per Smartphone

Die Steuerung und Programmierung der Geräte funktioniert auch per App und Smartphone. Wie der Haushaltshelfer auch, hat der Rasenroboter eine Basisstation, zu der er nach verrichtetem Werk wieder zurückkehrt und sich auflädt. Bei manchen Geräten muss ein sogenanntes Suchkabel verlegt werden, damit der Roboter wieder auf die richtige Fährte gelockt wird. Damit sich diese Zeit verkürzt, gibt es mittlerweile Mäher mit Solarzellen.

Eine ganze Sensorenphalanx hilft dem Gerät bei seiner Arbeit: Stoßsensoren, Abstandssensoren, Kippsensoren und bisweilen sogar Wettersensoren beeinflussen das Agieren des Roboters. Bei sehr verwinkelten Grundstücken könnte es problematisch werden. Einige Geschäfte, die Roboter zum Rasenmähen vertreiben, bieten einen Beratungs-Service an, bei dem anhand des Garten-Grundrisses das geeignete Gerät definiert wird.

roboter

Alles, was ein normaler Rasenmäher schafft, schaffen die Robo-Geräte auch. Allerdings empfiehlt es sich, Maulwurfhügel zu begradigen. Grundsätzlich leidet die Leistungsfähigkeit des Rasenmähers bei sehr unebenem und löchrigem Untergrund. Wenn der Rasenroboter Feindkontakt hat, setzt er seinen Weg einfach in eine andere Richtung fort. Allerdings müssen Blumenbeete, Teiche oder andere Pflanzen mit dem Begrenzungskabel ausgesperrt werden.

Das sind in der Regel stromführende Kabel, die dem Mäh-Roboter durch Induktion signalisieren, wo sein Arbeitsbereich endet. Das Verlegen eines solchen Kabels ist mit etwas Aufwand verbunden und es empfiehlt sich unter Umständen das von einem Profi erledigen zu lassen. Allerdings gibt es schon erste Vertreter, die selbständig erkennen, wo der Rasen endet und wo unüberwindbare Probleme lauern.

Bei hügeligem Gelände muss sich der akkubetriebene Rasenmäher mehr anstrengen und die Arbeitsfähigkeit einer Akkuladung leidet deutlich. Bei Steigungen von mehr als 30 Grad kapitulieren auch die leistungsstärksten Modelle. Mit einem Gerät kann man rund 6.000 Quadratmeter bearbeiten, bei einem größeren Grundstück empfiehlt sich der Einsatz eines zweiten Gerätes. Ein Mähroboter kostet zwischen 1.000 bis über 3.000 Euro. Wobei die teureren Exemplare nicht nur länger durchhalten, sondern zumeist auch eine bessere Schneideleistung liefern.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Rasenmähern braucht ein elektrisch betriebener autonomer Rasenroboter relativ wenig Wartungsaufwand. Natürlich müssen nach einigen Jahren die Akkus gewechselt werden, auch Funktionsstörungen sind, wie bei allen technischen und programmierten Geräten, nicht ausgeschlossen und wenn ein solcher Rasenmäher über das Ziel hinausschießt, sind Schäden an dem Gerät und der Umwelt möglich.

Alles in allem ist so ein Roboter zum Rasenmähen jedoch eine tolle Möglichkeit Zeit zu sparen, die viel lieber mit anderen Aktivitäten verbracht werden kann.

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