Art and Cycle-App

Kunst erfahren

Kunstwerke schaut man sich am besten im Museum an? Nicht unbedingt. Am Niederrhein ist es möglich, auf einer schönen Fahrradtour Klassiker der niederrheinischen Malerei in der Natur zu bestaunen. Alte Meister und neue Technik, Radfahren und Kunst waren noch nie so nah beieinander.

Angekommen auf dem Katzenbuckel: Die Karte auf dem Bildschirm zeigt einen orangen Kreis mit weißer Ziffer, der nächste Point-of-Interest (POI). Von hier hat man einen weiten Blick über die Landschaft, mitten drin das Museum Moyland. Ein Schloss in neogotischem Stil, das Türmchen mit Spitze eine Landschaftsmarke, dahinter wandert das Auge weiter und wird von nichts in der flachen Landschaft gehalten.

Das ist heute so und das war auch damals in den 1860er Jahren so, als Lodewijk Johannes Kleijn das „Schloss Moyland vom Katzenbuckel“ malte. Ein Gemälde, das alle Merkmale eines klassischen Landschaftsbildes aufweist, die Staffelung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund und damit ganz in der Tradition der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts steht.

Das alles muss man nicht wissen, wenn man zur Radtour am Niederrhein aufbricht – das Smartphone verrät es einem.

Tolle Verbindung von Kunst und Natur

Die Art&Cycle-App führt über 140 Kilometer von POI zu POI, von Gemälde zu Gemälde zwischen Arnhem, Nijmegen und Kleve. Drei kürzere Touren stehen auch zur Auswahl. Entstanden ist das Projekt schon 2014 im Rahmen der Ausstellung „Der Himmel ist so weit“ zu niederrheinischen Kunstwerken und wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Waal umgesetzt.

An den 24 POI der Strecke kann man sich auf dem Smartphone Kunstwerke von klassischen und modernen Künstlern anschauen. Dabei sind unter anderem Joseph Beuys, Salomon van Ruysdael, Francois van Knibbergen und Gerhard Richter. Hebt man den Blick vom Bildschirm, dann hat man nicht selten ein Aha-Erlebnis, denn Landmarken wie Hügel oder Gebäude lassen sich auf Kunstwerk wie in Realität wiedererkennen, auch wenn sich in der Zwischenzeit viel verändert hat.

Eine Tour durch das Grenzgebiet wird so zu einer Zeitreise. Das Fazit des Museums Schloss Moyland fällt positiv aus: „Inhaltlich scheinen wir mit der App, und der Route an sich, einen besonderen Nerv getroffen zu haben. Die Verbindung von Kunst und Natur begeistert die Teilnehmer sehr und die Erfahrung, wie die Landschaft damals aussah und wie sie sich noch heute darstellt, wird als ein besonderes Erlebnis empfunden“, sagt die Pressesprecherin Sofia Tuchard.

Obwohl es die Ausstellung „Der Himmel ist so weit“ bereits seit zwei Jahren nicht mehr gibt, bleibt die Art&Cycle-App ein festes Produkt des Museums Moyland. Vielleicht folgen sogar weitere.

Der Niederrhein war und ist nicht nur für Künstler eine interessante Gegend sondern auch für Radfahrer, welche die flache Landschaft und die weiten Blicke schätzen. Durch die Region führt der Europäische Fernradweg EuroVelo 15 – auch als Rheinradweg bekannt.

Die Route begleitet den Fluss von der Quelle in den Schweizer Alpen bis zur Mündung in die Nordsee an der niederländischen Küste. Der EuroVelo 15 und die Wege der Art & Cycle-App berühren sich im niederländischen Arnhem. Außerdem tangieren die von der App vorgeschlagenen Strecken auch die Niederrhein-Route in Kleve. Das Radwegenetz der Niederrhein-Route erstreckt sich zwischen Düsseldorf/Duisburg und der niederländischen Grenze über rund 2.000 Kilometer.  www.artandcycle.de

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