Nachgefragt bei Reisebloggern:

Ein Leben als Fahrradnomade

Traumziele, fremde Kulturen – und die Kamera immer im Anschlag. Reiseblogs wie gettingnowhere.net sind heute das, was früher Reisetagebücher waren. Sie erzählen von fernen Welten, von Abenteuern und Erlebnissen und lassen den Leser hautnah daran teilhaben.

Die Macher von gettingnowhere.net nehmen den Leser mit auf ihre Radreise – und die kann gar nicht lang genug sein.

Seit mehreren Jahren sind sie mit ihren Drahteseln unterwegs, radelten durch den Iran, nach China, Bangkok und Australien. Ihre Ausrüstung ist teils erfinderisch im Do-it-yourself-Modus zusammengestellt. Auf ihrem Blog berichten sie – auf Englisch – von ihren Erlebnissen.

Sie erzählen teils nüchtern und knapp von der Liebe zum Reisen und den Details ihrer Ausrüstung. Die Aufmerksamkeit liegt aber auf den beeindruckenden Fotos: Blauer Himmel, der sich weit über die karge Landschaft des Himalayas spannt; eine schmale Brücke über einen tosenden Strom und darauf – zwei kleine Radfahrer. Man kann sich gar nicht satt sehen an den Bildern. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Radreiseblog gettingnowhere.net?

Wer seid Ihr, woher kommt Ihr und warum schreibt Ihr ein Internet-Reisetagebuch?

Wir sind Anna Poltorak und Mateusz Emeschajmer und wurden beide 1984 in Polen geboren. Nach beendetem Studium sind wir gemeinsam nach Norwegen ausgewandert, um in Oslo das benötigte Geld für unsere Radreise zu verdienen und das entsprechende Equipment zu erwerben.

Unsere Abenteuer veröffentlichen wir in unserem Reiseblog, um unsere Erlebnisse mit anderen Reisenden teilen zu können und den einen oder anderen für ein Leben als Fahrradnomade zu begeistern. Wir hoffen, dass wir andere Menschen inspirieren können, ihre eigenen Träume zu verwirklichen und zu leben.

Radreisetage sind lang, wann schreibt Ihr, wann habt Ihr keine Lust? Wo schreibt Ihr?

Lange Radreisetage machen müde, und oft fehlt uns die Kraft, den Reiseblog zu aktualisieren. Die Zeit zum Schreiben finden wir, wenn wir für einige Tage in einem Guesthouse unterkommen und dann Schritt für Schritt einen neuen Eintrag verfassen können.

Es ist eine ziemlich zeitaufwendige Arbeit. Für uns steht die Reise an sich im Vordergrund und nicht der Reiseblog, deshalb genießen wir lieber das Radfahren im fremden Land, erfreuen uns an neuen Kulturen und Traditionen. Dementsprechend sammelt sich meistens ziemlich viel Material an. Aber das Bloggen macht uns Spaß.

Wo auf der Welt wart Ihr schon mit dem Rad unterwegs?

Im April 2012 hat unsere große Reise am Flughafen von Hamburg begonnen, von wo aus wir in die Türkei geflogen sind, um unsere ersten Pedaltritte in Ankara zu bewältigen. Unsere Route führte uns weiter durch den Iran, über Zentralasien und China und über Südostasien nach Bangkok. Von Thailand aus sind wir aufgrund der nahenden Regenzeit nach Indien geflogen und haben den Nordwesten Indiens, Nepal und den Nordosten Indiens bereist.

Nach neun Monaten in Indien und Nepal, überwiegend im Himalaya verbracht, sind wir nun wieder zurück in Südostasien und wollen in den kommenden Monaten von Malaysia über Singapur und Indonesien nach Australien und Neuseeland gelangen. Vor dieser Reise waren wir mit unserem Rad auf einem zweimonatigen Kurztrip auf den Kanarischen Inseln unterwegs.

Was wollt Ihr auf einer Radreise niemals wieder erleben?

Wir haben bis auf wenige unangenehme Momente nicht viel Negatives auf unserer Radreise erlebt. Deshalb ist es eher so, dass wir sehr gerne wieder an einige bereits besuchte Orte zurückkehren möchten, um diese nochmals zu bereisen und noch mehr Spannendes dort erleben zu können.

Vor kurzem sind wir beide am Denguefieber erkrankt, dies ist eine schwierige Zeit für uns gewesen und definitiv ein Zustand, den wir nicht wieder durchmachen möchten.

Was darf auf keiner Radtour fehlen?

Für uns ist es auf jeden Fall unsere Spiegelreflexkamera, die auf keiner Radtour fehlen darf. Die Fotografie ist für uns beide eine große Leidenschaft auf der Reise geworden. Auf diese Weise können wir besondere Momente für die Zukunft festhalten und uns später an die Erlebnisse erinnern. Durch unsere Fotos können die Daheimgebliebenen zumindest bruchstückhaft die Welt mit uns entdecken.

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