Outdoor-Navigation per App

„Biegen Sie rechts auf den Trail ab ...“

... solche Ansagen sind noch Zukunftsmusik. Den Weg über bekannte und schöne Wanderrouten, Radreisewege oder zu Ausflugszielen kann das Smartphone jedoch sehr gut weisen. Da es ohnehin in der Tasche steckt, bietet es sich auch als Outdoor-Guide an. Aber wie wird es dazu? Wir geben Tipps.

Die Karte auf dem Beifahrersitz ist ein Bild, das man vielleicht auf einer Oldtimerrallye verorten würde. Aber wenn ein Outdoor-Sportler mit Rucksack durch Traumlandschaften steuert, dann stört sich niemand an Karte und Kompass in der Hand. Und, einmal ehrlich, womit würden Sie ihren nächsten Familienausflug planen?

Sich einen Überblick auf einer großen Papierkarte zu verschaffen, ist bei Outdoor-Aktivitäten immer noch die erste Wahl. Aber es gibt Alternativen – für unterwegs sogar vielfach bessere Alternativen. Ein erster Blick sollte immer in den App-Store des Smartphones fallen. Denn sehr viele Tourismusregionen bieten inzwischen eigene Apps an, die eine Menge Funktionen vereinen.
  1. Sie halten Karten der Region mit den wichtigen Freizeitrouten bereit. Bei einer guten App lassen sich die Karten auch unabhängig vom Mobilfunknetz nutzen. Meist ist das in der Beschreibung der App als „Offline-Karten“ ausgewiesen.
  2. Sie präsentieren Bilder und Ausflugsziele an den ausgeschilderten Freizeitwegen der Region. Manchmal lässt sich über die App auch gleich eine Übernachtungsanfrage an Hotels und Pensionen senden.
  3. Sie bilden weiter mit historischen Hintergründen oder unterhalten mit Anekdoten zum Geschehen an Wegrand. Manch eine App integriert sogar Spiele für die Kinder.
Im Ausland nur offline

Ganz wichtig bei der Outdoor-Navigation per App: Im Gegensatz zum Auto-Navi oder zu Outdoor-GPS-Geräten besitzen die meisten Smartphones keine gespeicherten Karten. Die lädt das Gerät unterwegs über das Mobilfunknetz nach, wenn vorhanden auch über eine Wifi-Verbindung.

In der Praxis funktioniert das in Deutschland häufig sehr gut, auch in Wald- oder Gebirgsregionen – aber eben nicht immer. Wer viel auf Online-Karten zurückgreifen will, sollte also unbedingt mindestens einen entsprechenden Datentarif haben. Im Ausland sind mobile Daten (Roaming) aber unbezahlbar. Eine Offline-Karte ist Pflicht. Gute Navi-Apps können Karten auch auf dem Smartphone speichern. Wie groß der wählbare Ausschnitt ist, unterscheidet sich. In jedem Fall haben die Karten einen hohen Speicherbedarf. Ein Land oder ein Landkreis im passenden Maßstab für Outdoor-Aktivitäten von 1:50.000 oder 1:25.000 kann schnell hunderte Megabyte Downloadvolumen verursachen. Eine externe Speicherkarte ist entsprechend geboten.

Nicht vergessen: Diese muss in der App auch als Speicherort gewählt werden – ein meist in den Einstellungen verborgener Punkt. Bei IOS-basierten Geräten ist das leider unmöglich, denn diese Geräte besitzen keine derartige Speichererweiterung. Also muss man beim Kauf schon die Ausführung mit 32 oder 64 GB Hauptspeicher wählen. Das Herunterladen von ganzen Länderkarten ermöglichen nur wenige Apps: Locus, Orux Maps, OsmAND+ oder BikeComputerPro sind Beispiele.

„Der Wanderweg liegt direkt vor Ihnen“ wird Ihnen keine App sagen. In der Google Maps-App lässt sich immerhin die Einstellung „Fahrrad“ wählen. Dann führt Google auch per Sprache über Radwege, die dem Unternehmen bekannt sind. In der Stadt bringt das in der Regel brauchbare Empfehlungen.

Allerdings ordnet die App längst nicht alle Wege so ein wie Menschen. Manchmal schickt die Ansagerin den Radler auch über einen offiziellen Radweg neben einer vielbefahrenen Straße, obwohl gleich nebenan eine Freizeitroute für Radtouristen mit schönen Ausblicken liegt. Auch die kleinen grauen Straßen auf der Karte, also die oft schönen Feld-, Wald-, und Wanderwege, lässt die App links liegen. Schlicht deshalb, weil ihr keine Angaben über die Nutzbarkeit vorliegen. 

„Routing“ heißt das Ausrechnen und Führen über bekannte Wege mit Abbiegehinweisen in der Fachsprache. Will man gezielt über schöne Freizeitwege geführt werden, ist es besser auf spezialisierte Outdoor-Apps wie komoot oder Outdoor-Active zurückzugreifen. Sie geben zwar nicht alle Sprachanweisungen, kennen aber viele der ausgeschilderten Radrouten oder Wanderwege.

Übrigens: Zum Berechnen der Strecke nutzen Smartphones meist eine Online-Verbindung. Grund ist, dass sie häufig keine routingfähigen Karten gespeichert haben. Vorteile des Online-Routings sind die Aktualität und die bessere Datenlage: So können bessere Strecken ausgerechnet werden. Auf der anderen Seite kann bei fehlender Mobilfunk-Verbindung keine Route berechnet werden. Wenige Apps wie zum Beispiel OsmAND+ oder ForeverMaps ermöglichen aber das Herunterladen von routingfähigem Kartenmaterial.

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