Österreich per Rad

Gipfel, Flüsse, Jausenschmankerl

Österreich – da denkt man an bezaubernde Berge, liebliche Flusstäler und erlesene Spezialitäten. Auch in Radfahrerkreisen genießt unser südöstlicher Nachbar ein hohes Ansehen. Doch wo finden sich die schönsten Touren?

Österreich durchzieht zwischen Vorarlberg im Westen und dem Burgenland im Osten ein dicht gespanntes Radwegenetz. Der Routenmix kann sich sehen lassen – in kaum einem anderen Nachbarland findet man so viele verschiedene gut ausgebaute Strecken so dicht beisammen: entspannte Flussradwege, Seenrundfahrten im Salzkammergut sowie in Kärnten und natürlich auch kräfteraubende Passstrecken für Höhenmetersammler.

Der Vorteil der Wege an den Alpenflüssen ist, dass man quasi mit „Schwung“ talwärts rollt und verschiedene Landschaftsszenarien auskostet. Neben dem Donau-Radweg glänzen als Flussrouten der Drauradweg, der Murradweg, der Tauernradweg sowie der Traisentalradweg mit ADFC-Sternen. Weniger bekannt, aber nicht minder spektakulär ist eine Fahrt auf dem Enns-Radweg, Kamp-Thaya-March-Radweg, Ybbstalradweg, Thermenradweg, Traunradweg, Raabtalradweg und dem Inn-Radweg.

Sportlich über Pässe

Wer es sportlicher mag, der kann sich an den Alpenrouten Via Claudia Augusta, Alpe Adria Radweg und Via Bavarica Tyrolensis versuchen. Spannende Stunden im Fahrradsattel versprechen zudem die österreichischen Themen- und Landschaftsrouten: Europa-Radweg Eiserner Vorhang, Mozart-Radweg, Jubiläumsradweg, Mühlviertelradweg, Grenzlandradweg R5 und Römerradweg.

Badeliebhaber zieht es zu den großen Gewässern der Alpenrepublik, die mit dem Salzkammergut-Radweg, dem Neusiedler-See-Radweg und dem Bodenseeradweg bestens zum Radwandern erschlossen sind. Relativ neu ist eine 97 Kilometer lange Entdecker-Radtour, die unter dem Motto „Wind, Wein und Wasser“ den Neusiedler See mit der Donau auf das Angenehmste vernetzt. Wem das noch nicht reicht, dem bieten die EuroVelo-Routen 6, 7 und 9 weitere Tourenkilometer, die Österreich mit den Nachbarländern verknüpfen.

Jausenstationen laden ein

Eines verbindet sämtliche Strecken: die herzhafte Landesküche. Selbst im kleinsten Dorf findet man traditionsreiche Gasthäuser und Jausenstationen. Neues probieren, die ausgetretenen Wege verlassen und mit allen Sinnen reisen: Das geht wunderbar bei einer Fahrradtour in Österreich.

Bei den Ausflügen durch romantische Weinberge, üppige Obstgärten und wogende Felder kommt man tagtäglich mit den regionalen Spezialitäten in Berührung, die abends als Belohnung auf dem Speisetisch landen.

Donau-Radweg: Der Klassiker unter den Routen

Passau – Wien, Wien – Passau, wie man es dreht oder wendet, in welche Richtung man losstrampelt – der Donau-Radweg ist und bleibt der Klassiker der europäischen Fahrradrouten.

Der Strom verbindet auf seiner über 2.850 Kilometer langen Reise zum Schwarzen Meer Menschen aus zehn Ländern und verspricht spannende Reisetage. Besonders das Teilstück in Österreich lockt auf rund 340 steigungsfreien Kilometern mit abwechslungsreichen Natur- und Kultureindrücken.

Da jedes Jahr zehntausende Radler diesen Abschnitt unter die Räder nehmen, empfiehlt es sich, im Frühjahr oder Herbst aufzubrechen. Von Passau aus rollt man auf der ADFC-Qualitätsradroute (vier von fünf Sternen) durch die malerischen Hügelzüge Oberösterreichs, die mit der Schlögener Schlinge ihren Höhepunkt finden. Nachdem das fruchtbare Eferdinger Becken durchquert ist, erreicht man die 192.000-Einwohner-Stadt Linz. Hier zieht das futuristische Ars Electronica Center alle Blicke auf sich und gewährt seinen Besuchern mit Multimediatechnik Ausblicke in die Zukunft. Flussabwärts bildet das Stift Melk den Auftakt zum UNESCO-Welterbe Wachau.

Auf der Weiterfahrt flacht das Terrain ab, doch der Höhepunkt glänzt bereits am Horizont: Wien, die Hauptstadt Österreichs. Dort erwartet einen eine Fülle an Sehenswertem: Stephansdom, Hofburg, Spanische Hofreitschule, Prater und Museen von Weltrang. Die Reise ist noch lange nicht zu Ende.

Infos Donau-Radweg

Radweglänge: 336 km
Streckencharakter: Die radlerfreundliche Topografie macht den Donau-Radweg zu einem lohnenden Ziel für Familien mit Kindern. Beide Flussufer verfügen über eigenständige Radwege, die komplett ausgeschildert sind.

Weitere Informationen

www.donauregion.at

Neusiedler-See-Radweg: Grenzüberschreitender Fünf-Sterne-Kurs

Die fünf Sterne sprechen für sich: Diese höchstmögliche Auszeichnung erhielt die vorbildlich ausgebaute Qualitätsradroute im März 2012 vom ADFC. Besonders imponierten den Radwegprüfern mit Sicherheit die stylischen Design-Rastplätze, die man perfekt in die weite Landschaft integriert hat.

Auf 121 Kilometern erschließt der grenzüberschreitende Neusiedler-See-Radweg eine zauberhafte Landschaftsszenerie, welche die UNESCO unter dem Namen „Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See“ in ihren Listen führt. Der Neusiedler See ist mit einer Fläche von 320 Quadratkilometern nach dem Plattensee der zweitgrößte Steppensee Europas. Das Gewässer misst an seiner tiefsten Stelle gerade einmal 1,80 Meter, daher kann die Wassertemperatur an warmen Sommertagen auf 30 Grad klettern. Neben den Badefreuden sind es vor allem die scheinbar unbegrenzte Radtourenvielfalt und die preisgekrönten Weine, die Besucher in den Seewinkel locken.

Beginnt man seine Tour im Norden und folgt dem Ostufer, so trifft man nach wenigen Kilometern in Illmitz ein. Dort wartet das Besucherzentrum des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel auf entdeckungsfreudige Gäste. Von hier aus kann man wahlweise einen Abstecher zu den Lackenseen unternehmen oder dem Rundkurs Richtung Ungarn folgen, wo sich der Besuch des Schlosses Esterházy lohnt. Über das Storchendorf Rust steuert man durch bezaubernde Weinrieden zurück nach Neusiedl. Wer der Magie des Burgenlandes erlegen ist, für den gibt es hier weitere 2.400 Radwegekilometer!

Infos Neusiedler-See-Radweg

Radweglänge: 121 km
Streckencharakter: Rund um den Neusiedler See inmitten der pannonischen Steppenlandschaft des Seewinkels ist das Burgenland topfeben und eignet sich sehr gut für eine Familientour mit Kindern.

Weitere Informationen

www.neusiedlersee.com

Murradweg: Von den Hohen Tauern in die Steiermark

Der österreichische Teil des Murradweges ist seit 2012 eine ausgewiesene ADFC-Qualitätsradroute, die genussvolle Urlaubstage verspricht. Los geht es im Nationalpark Hohe Tauern auf 1.763 Metern. Das allgegenwärtige Alpenpanorama geleitet einen in die traditionsreiche Bergmannsstadt Leoben und von dort aus nach Bruck an der Mur. In der zum UNESCO-Welterbe zählenden Genuss- und Kulturhauptstadt Graz ballen sich zahlreiche Museen und Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum. Das Landschaftsbild wechselt zu romantischen Weinbergen, vielseitigen Obstplantagen und Kürbisfeldern, die Zutaten für steirische Gaumenfreuden beisteuern. Ganz im Süden markiert Bad Radkersburg im Thermenland den Auftakt des Abschnitts hinüber nach Slowenien und Kroatien, der vollkommen eben ist.

Infos Murradweg

Radweglänge: 458 km
Streckencharakter: Auch wenn die Radroute zwischen den erhabenen Bergen hindurchführt, eignet sie sich als Familientour. Nur zu Beginn wird die Bergabfahrt durch kurze Gegenanstiege unterbrochen.

Weitere Informationen

www.murradweg.com

Drau-Radweg: Abwechslungsreiche Route mit viel Kulinarik

Die Drau ist mit 750 Kilometern der viertlängste Nebenfluss der Donau. Von seinem Quellgebiet im Südtiroler Pustertal bis zur Mündung in Kroatien durchströmt der Alpenfluss vier Länder. In Österreich begleitet sie der Radweg zwischen Sillian und Lavamünd auf einer Länge von 328 Kilometern. Der österreichische Teil wurde vom ADFC mit fünf Sternen ausgezeichnet. Die Höhepunkte der Strecke sind die Bergpanoramen und die Kärntner Seen, die immer wieder zu lohnenden Abstechern einladen. Die schönsten Städte am Wegesrand lauten: Lienz, Spittal, Villach und Klagenfurt. Im „Drau.Kulinarik.Büchl“ werden die Spezialitäten der Region beschrieben.

Infos Drau-Radweg

Radweglänge: 328 km
Streckencharakter: Die radlerfreundliche Topografie macht den Drau-Radweg zu einem lohnenden Ziel für Familien mit Kindern. Eigenständige Radwege wechseln sich mit ruhigen Nebenstraßen ab.

Weitere Informationen

www.drauradweg.com , www.mura-drava.eu

Kamp-Thaya-March-Radweg: Top-Route entlang drei Flüssen

Der Name deutet es bereits an: Auf der abwechslungsreichen Reise folgen Genussradler nacheinander den Wasserläufen Kamp, Thaya und March. Beginnend in der Wachau, geleitet der Kamp Radreisende ins stille Waldviertel, in dem man das Renaissanceschloss Rosenburg und das Benediktinerstift Altenburg nicht verpassen sollte. Wenig später gibt sich der Fluss Thaya nahe der Siedlung Hardegg recht urwüchsig und lockt Besucher in den Nationalpark Thayatal – ein Geheimtipp ersten Ranges. Im angrenzenden Weinviertel flacht der Reiseweg ab und führt durch beschauliche Winzerorte und weit einzusehende Felder, die aufgrund des Schwemmlandes der March besonders fruchtbar sind.

Infos Kamp-Thaya-March-Radweg

Radweglänge: 430 km Streckencharakter: Der anfangs wellige Kamp-Thaya-March-Radweg führt auf Radwegen und ruhigen Nebenstraßen durch den nordöstlichen Teil von Niederösterreich.

Salzkammergut-Radweg: Mozart und Gebirgsidylle

Salzburg und das Salzkammergut könnten nicht verschiedener sein. Die auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste stehende Mozartstadt an der Salzach lockt mit reichlich Kultur. Mächtige Festungen, prunkvolle Schlösser, pompöse Kirchen, mittelalterliche Gassen sowie die weltberühmten Festspiele ziehen wahre Touristenmassen an. Im Kontrast dazu präsentiert sich das Salzkammergut als Ort der Ruhe. Idyllische Seen, die in eine spektakuläre Gebirgslandschaft eingebettet sind, obendrein kleine Flüsse, die malerisch zwischen grünen Wiesen und Wäldern hindurchströmen. Ein Mix, der spannende Tage verspricht und durch lokale Radrouten zusätzlich ergänzt wird.

Infos Salzkammergut-Radweg

Radweglänge: 345 km
Streckencharakter: Der Salzkammergut-Radweg verläuft überwiegend auf guten Asphaltradwegen oder verkehrsarmen Nebenstraßen und verlangt aufgrund mehrerer Steigungen eine gewisse Kondition?

Weitere Informationen

www.salzkammergut.at

Enns-Radweg: Einzigartige Naturkulisse und geschichtsträchtige Orte

Bezaubernde Natur- und Kulturschätze sind in Österreich allgegenwärtig, so auch im Tal der Enns. Beginnend am Fuße der Niederen Tauern führt der Radwanderweg durch den Flachauwinkel. Der erste Abschnitt lädt zu interessanten Stopps ein wie etwa in Radstadt, Schladming und Schloss Trautenfels. Krönender Höhepunkt ist das Stift Admont mit der größten Klosterbibliothek der Welt. Es bleibt spektakulär, denn der Bergfluss rauscht anschließend zwischen den schroffen Felswänden des Nationalparks Gesäuse hindurch. Im letzten Reisedrittel treten die Berge zurück und die Handelsstadt Steyr und die Stadt Enns geben spannende Einblicke in die Vergangenheit.

Infos Enns-Radweg

Radweglänge: 263 km Streckencharakter: Auf der überwiegend abwärts führenden Route wechseln sich asphaltierte Radwege mit schwach frequentierten Nebenstraßen ab.

Weitere Informationen

www.ennsradweg.com

Ötztaler-Radmarathon: Herausforderung vor spektakulärer Alpenkulisse

"Ich habe einen Traum …", mit diesen Worten umschreibt Ötztal Tourismus den seit 1982 jedes Jahr Ende August ausgetragenen Tagesmarathon, der mittlerweile Kultstatus genießt. Die pro Rennen zugelassenen 4.000 Radsportler legen vor der spektakulären Kulisse der Ötztaler und Stubaier Alpen 238 Kilometer und mehr als 5.000 Höhenmeter zurück. Die Startplätze sind mittlerweile so begehrt, dass ein Losverfahren über die Teilnahme entscheidet. Gut zu wissen, dass man die Traumrunde auch weniger sportlich auf mehrere Tagesetappen verteilt sogar mit dem Trekkingfahrrad bewältigen kann.

Infos Ötztaler-Radmarathon

Radweglänge: 238 km
Streckencharakter: Der Rundkurs ist schwer und die Anstiege sehr lang. Ein Rennrad bietet auch auf den Abfahrten deutliche Vorteile.

Weitere Informationen

www.oetztaler-radmarathon.com

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