Problem toter Winkel –

werden Abbiege-Assistenten Pflicht bei LKW?

Jedes Jahr kommt es zu zahlreichen tödlichen Unfällen, weil LKW-Fahrer Fußgänger oder Radfahrer im toten Winkel übersehen. Die Forderungen nach Abbiege-Assistenten werden daher immer lauter.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht eine deutschlandweite Einführung von Abbiege-Assistenten für LKW als zwingend notwendig an. Mit zahlreichen Vertretern von Speditionen, Herstellern, Verkehrsverbänden, Verkehrspolizisten und Prüfdiensten hatte es diesbezüglich ein Treffen in Berlin gegeben, um die Aktion ins Rollen zu bringen. Bisher sind die Systeme nicht vorgeschrieben – aus Kostengründen verzichten daher die meisten Speditionen auf eine Installation. Dabei kann der Assistent im Ernstfall Leben retten.

Warum ist ein Abbiege-Assistent sinnvoll?

Insbesondere wenn LKW im Stadtverkehr unterwegs sind, kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situation für Fußgänger und Radfahrer. Schuld daran ist der tote Winkel, den die LKW-Fahrer beim Rechtsabbiegen aufgrund des meterhohen Fahrerhauses nicht einsehen können. Aus diesem Grund befinden sich auf der rechten Seite des LKW sogar vier Außenspiegel. Diese reichen aber gerade in stressigen Straßensituationen nicht aus, um einen vollständigen Überblick zu behalten.

Hier kann der Abbiege-Assistent eingreifen, wenn sich Fußgänger oder Radfahrer beim Abbiegen im kritischen Bereich aufhalten. Sensoren erkennen diese und senden optische Signale ins Fahrerhaus. Droht ein Zusammenstoß, kommt ein akustisches Warnsignal hinzu, im Ernstfall bremst das System den LKW automatisch ab.

Nachrüstung ist unkompliziert und günstig

Neu sind die Sicherheitssysteme nicht und in PKW gehören sie schon seit einiger Zeit zum Standard. Bei Nutzfahrzeugherstellern sind sie dagegen eine absolute Ausnahme und werden in der Regel nicht als Sicherheitsausstattung angeboten. Die Begründung von Nutzfahrzeug-Entwicklern: Im Transportgewerbe ist der Kostendruck zu hoch und Speditionen sind nicht bereit, zusätzliche Investitionen zu tätigen.

Dabei ist eine Nachrüstung mit einem Abbiege-Assistenten weder zeit- noch kostenintensiv. 800 bis 1300 Euro koste ein solches System, so der Bundesverkehrsminister in der ARD. Mit finanziellen Mitteln aus dem Bundesverkehrsministerium will er die Nachrüstung fördern.

Scheuers Forderung: Kein LKW mehr ohne Abbiege-Assistent

Scheuers Forderungen sind eindeutig: Er will so schnell wie mögliche eine deutschlandweite Einführung der Sicherheitssysteme. Allerdings kann eine solche Pflicht nur auf EU-Ebene eingeführt werden und nach Plänen der EU-Kommission erst im Jahr 2022 umgesetzt werden. Daher setzt der Minister zunächst auf eine freiwillige Nachrüstung, für die er alle Beteiligten von Speditionen bis Polizei ins Boot holen will.

Die Behörde geht selbst mit gutem Beispiel voran: Im nächsten Jahr sollen die Nutzfahrzeuge von allen nachgeordneten Behörden mit dem Assistenten nachgerüstet werden. Und auch einige Unternehmen wie Aldi oder Edeka haben sich laut Scheuer bereits dazu bereit erklärt, ihren Fuhrpark mit dem Sicherheitssystem auszustatten.

Auch Toyota treibt mit seinem Forschungsinstitut die Entwicklungen rund um autonomes Fahren und künstliche Intelligenz in der Automobilbranche voran, um Fahrzeuge sicherer zu machen.

Mehr erfahren

Verwendung von Cookies

Auf der Toyota Deutschland Website verwenden wir Cookies für erweiterte Funktionen und einen besseren Service. Weitere Informationen zu Cookies findest du in unserer Datenschutzerklärung. Unter Cookie-Einstellungen kannst du Änderungen der Cookie-Voreinstellungen vornehmen.

OK