Anschnallpflicht:

Darum rettet der Sicherheitsgurt dein Leben

Autofahrer und Insassen, die sich nicht an die Anschnallpflicht halten, gehen ein enormes Sicherheitsrisiko ein. Wir zeigen, wieso das Anschnallen im Auto nötig ist und klären alle wichtigen Fragen rund um den Gurtpflicht in Deutschland.

Seit wann gibt es eine Anschnallpflicht?

Die Verwendung von Sicherheitsgurten ist in Deutschland seit 1976 verpflichtend vorgeschrieben. Im Jahr 1972 waren Autos bereits zu einem Drittel mit Gurten ausgestattet, doch kaum ein Fahrer wollte sich in seinem Wagen anschnallen. Gurte galten lange Zeit als unbequem, einschränkend und übertrieben. Die wenigsten Menschen am Steuer eines PKW dachten über schwere Verletzungen bei Unfällen nach. Doch die hohe Zahl an tödlichen Kollisionen führte zu einem Umdenken und die Einstellung wandelte sich. 1974 wurden Dreipunkt-Sicherheitsgurte für Vordersitze in neuen Autos zur Pflicht.

Ab 1976 bestand die Vorgabe, sich beim Fahren in seinem Auto anzuschnallen. Die gesetzliche Anschnallpflicht ist in der Straßenverkehrsordnung (StVO) im Paragraphen 21a geregelt. Sie gilt für alle Insassen eines Fahrzeuges, also für den Fahrer und den Beifahrer. Es existiert hier auch keine Unterscheidung von Erwachsenen und Kindern. Drei Jahre später wurde die Gurtpflicht auch für Rücksitze eingeführt. Europaweit galt die Anschnallpflicht sogar erst ab 2006.

Auswirkung der Unfallzahlen auf die Gurtpflicht

Heutzutage verwenden nur noch rund zwei Prozent der deutschen Autofahrer keinen Gurt. Allerdings sind diese nicht angeschnallten Verkehrsteilnehmer dadurch während der Fahrt besonders gefährdet. Etwa ein Viertel davon ist laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Unglücksfälle mit einem tödlichen Ausgang verwickelt. Wenn alle Insassen in einem PKW der Pflicht nachkommen, beim Fahren einen Gurt anzulegen, gehen Experten davon aus, dass jährlich die Zahl der Verkehrstoten um etwa 200 und die der Schwerstverletzten um rund 1.500 sinken würde.

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Ein Gurt kann dein Leben retten

Das Verhalten von Fahrzeugen, die beschleunigen oder bremsen, hat jeder von uns selbst schon erlebt oder ausprobiert. Die Beschleunigung drückt uns fest in den Sitz, während wir bei einem scharfen Bremsvorgang mit dem gesamten Körper nach vorn rutschen. Auch in Kurven sind wir physikalischen Kräften ausgesetzt. Im Straßenverkehr lauern häufig Hindernisse, denen wir abrupt ausweichen oder das Fahrzeug zum Stehen bringen müssen. Nicht angeschnallt zu sein, ist in solchen unkalkulierbaren Situationen lebensbedrohlich.

Je nach Geschwindigkeit und Fliehkräften werden der Fahrer, der Beifahrer und andere Insassen ungehindert durch den Innenraum katapultiert. Gegen diese Bewegung hilft auch kein Abstützen mit den Armen oder ein Airbag mehr. Ein Sicherheitsgurt ist dann ein Lebensretter und verhindert den gefährlichen Aufschlag am Interior oder in die Windschutzscheibe.

Bußgeld für Missachtung der Gurtpflicht

Fahrten ohne einen angelegten Sicherheitsgurt erhöhen nicht nur das Verletzungsrisiko bei einem Unfall, sondern sind auch eine teure Angelegenheit. Wenn ein Autofahrer oder Mitfahrer beim Fahren auf den Gurt verzichten, ist bei einer Kontrolle ein Bußgeld von 30 Euro fällig.

Übrigens: Jeder Erwachsene in einem PKW ist selbst verantwortlich, einen Sicherheitsgurt vorschriftsmäßig zu nutzen. Wer sich als Autofahrer richtig anschnallt, muss für seine nicht angeschnallten Fahrgäste kein Bußgeld bezahlen. Der gegen die Anschnallpflicht verstoßende Fahrgast zahlt das Bußgeld immer selbst. Um Diskussionen mit der Polizei oder dem Ordnungsamt sowie unnötige Bußgelder zu vermeiden, hilft eine kleine Regel: Grundsätzlich bitte anschnallen, bevor das Auto losfährt.

Ausnahmen von der Anschnallpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die StVO sieht bestimmte Ausnahmen für die Anschnallpflicht vor. Die Gründe dafür sind oft praktischer Natur. Busse haben zum Beispiel gar nicht genug Platz, um ausschließlich Sitzplätze bereitzustellen. Damit Busse effizient genutzt werden und gleich mehrere Passagiere befördern können, sind auch stehende Fahrgäste erlaubt. Anders verhält sich das in einem Reisebus, in dem mittlerweile eine Gurtpflicht besteht. Es ist jedoch laut StVO erlaubt, sich auf langen Fahrten abzuschnallen, um beispielsweise auf die Toilette zu gehen.

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Eine besondere Regelung sieht die StVO auch für den Haus-zu-Haus-Verkehr vor. Das betrifft vor allem Paketzusteller und mobile Pflegedienste. Sie dürfen auf den Gurt verzichten, wenn sie bereits nach ein paar Minuten wieder aussteigen.

Du bist nur dann von der Gurtpflicht befreit, wenn du auf Parkplätzen oder rückwärts fährst. Hier darfst du den Gurt öffnen, solange du Schrittgeschwindigkeit beibehältst. Im Stau auf Autobahnen gilt diese Ausnahme nicht, auch wenn du hier nur langsam in Schrittgeschwindigkeit vorwärts rollst. Mache dir immer bewusst, dass auch bei geringen Geschwindigkeiten ein Risiko für einen Aufprall besteht, der schwere Verletzungen zur Folge haben kann.

Kinder sind oft falsch angeschnallt

Der Kindersitz im Auto soll die kleinsten Insassen gegen Unfälle im Straßenverkehr absichern. Hier ist jedoch die richtige Umsetzung wichtig, denn der Sitz für die Kinder hilft nur, wenn die Eltern ihren Nachwuchs auch korrekt anschnallen. Oft ist das noch nicht der Fall. Häufigste Ursache ist ein Fehler in der Führung des Gurtes, weil dadurch der Kindersitz nicht zusammenhängend befestigt ist. Die Anschnallpflicht allein entfaltet also erst dann ihre sichere Wirkung, wenn sie auch richtig angewendet wird.

Meist wurde der Gurt entweder nicht korrekt straffgezogen oder gar nicht erst durch die richtigen Öffnungen gefädelt. Oftmals fehlt Erwachsenen auch das Bewusstsein für die ordnungsgemäße Handhabung der Anschnallpflicht im Auto für Kinder. Vermeintliche Gründe wie Eile oder eine kurze Fahrtdauer gelten nicht als Entschuldigung oder Rechtfertigung, weshalb das Kind nicht sicher angeschnallt wurde.

Kleinkinder sollten während einer Fahrt möglichst rückwärts gerichtet in einer Babyschale transportiert werden. Dadurch wird bei einer Kollision vor allem der Hals weniger belastet. Der ADAC spricht die Empfehlung aus, Kinder mindestens bis zum zweiten Lebensjahr in einer speziellen Babyschale rückwärtsfahren zu lassen. Ein Wechsel in einen Kindersitz sollte erst dann erfolgen, wenn die obere Kante des Kopfes nicht mehr in der Schale liegt. Sitzerhöhungen sind ab dem vierten Lebensjahr eine Option. Zudem gilt, dass Kinder erst ab einer Körpergröße von 150 Zentimetern ohne zusätzliche Sitzhilfe im Auto mitfahren dürfen.

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