Anschnallen, bitte:

Jedes zweite Kind nicht richtig gesichert

Fast die Hälfte aller Kinder ist einer UDV-Untersuchung zufolge nicht richtig angeschnallt. Die meisten Fehler finden sich in Gurtführung und Befestigung.

Der Kindersitz im Auto soll die kleinsten Mitfahrer gegen Unfälle im Straßenverkehr absichern. Dazu müssen Eltern ihr Kind, aber auch Kinderschale und Co. korrekt anschnallen. Einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zufolge passiert dies jedoch nur in gut der Hälfte der Fälle. Die Fehler finden sich meist in der Führung des Gurts und der damit zusammenhängenden Befestigung.

Anschnallpflicht, aber richtig

Es ist wohl keine große Überraschung, dass die wichtigste Devise zum Schutz kleiner Mitfahrer „Anschnallen“ lautet. Allein im letzten Jahr wurden 8.640 Kinder unter zwölf Jahren bei Unfällen im Pkw verletzt, 14 fanden als Insassen bei einem Crash gar den Tod. Obwohl die Anschnallpflicht häufig erfüllt wird, sind die Kinder in vielen Fällen falsch gesichert. Laut einer neuen Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) finden sich mit 48 Prozent bei fast der Hälfte der Kindersitze in Autos Fehler in der Anbringung.

Die schlechte Nachricht: Von 1.042 untersuchten Kindersitzen fürs Auto wurden 496 nicht ordnungsgemäß verwendet. Hinzu kommt, dass die falsche Anbringung meist gravierend ausfiel. Die Zahl der schweren Gebrauchsfehler stieg in der letzten Dekade von 21 Prozent im Jahre 2008 auf 60 Prozent in diesem Jahr. Die gute Nachricht: In diesem Jahr sank die Zahl der Fehlgebrauche erstmals unter einen Prozentsatz von 50.

Ferner fiel positiv auf, dass der Fehlgebrauch bei Isofix-Sitzen stark sank. Nur ein Drittel der Sitze, die mit Halteösen eine Verbindung von Kindersitz und Auto schaffen, um so die Vorwärtsbewegung beim Frontalaufprall zu reduzieren, wurde falsch verwendet. Zudem bietet die Isofix-Technik eine vergleichsweise einfache Einbaumethode.

Fehler in der Gurtführung

Laut der Studie treten die Fehler am häufigsten im Zusammenhang mit der Gurtführung bei der Befestigung von Babyschalen oder Kindersitzen im Auto auf. In der Regel wurde der Gurt entweder nicht korrekt straffgezogen oder gar nicht erst durch die richtigen Öffnungen gefädelt. Fast die Hälfte der Befragten gab jedoch an, sich nicht über die korrekte Handhabung im Klaren zu sein.

Doch auch Eile scheint der Anschnallpflicht und Sicherheit einen Abbruch zu tun: 20 Prozent der Befragten waren sich ihres Fehlers bewusst, drückten wegen kurzer Fahrtdauer oder drängender Zeit jedoch ein Auge zu. Die Auswirkungen dieser Faktoren auf die Fehlerquote zeigten sich in den Studienergebnissen deutlich. Wurden bei längeren Fahrten von mehr als einer halben Stunde noch 43 Prozent der Sitze falsch genutzt, waren es bei einer vergleichsweise kurzen Tour von unter fünf Minuten schon 53 Prozent.

Verantwortung und Tipps zum Kindersitz im Auto

Der UDV-Leiter Siegfried Brockmann sieht die Verantwortung für das richtige Anschnallen jedoch auch auf Produzentenseite: „Die Hersteller müssen die Handhabung der Kindersitze einfacher gestalten.“ Ausführliche Instruktionen lägen den Babyschalen und Kindersitzen für Autos zwar bei, doch fallen diese meist schwer verständlich aus. Abhilfe könnten Brockmann zufolge Anleitungsfilme oder ausführlicher Anweisungen im Fachhandel schaffen. Er empfiehlt zudem, dass künftige Tests neben dem Crash-Verhalten auch die Handhabung auf den Prüfstand stellen sollten. Neben dem anleitungsgemäßen Einbau sollten Fahrer beim Anschnallen von Kindern einige weitere Faktoren beachten.

  • Kinder sollten möglichst lange rückwärtsgerichtet in einer Babyschale transportiert werden, da auf diese Weise der Hals im Fall einer Frontalkollision weniger belastet wird.
  • Der ADAC empfiehlt, Kinder mindestens bis zum zweiten Lebensjahr mit deaktiviertem Airbag in einem solchen Reboarder zu befördern.
  • Erst wenn die obere Kante des Kopfes nicht mehr in der Schale liegt, steht der Wechsel zum Kindersitz im Auto an.
  • Sitzerhöhungen empfehlen sich für Kinder etwa ab dem vierten Lebensjahr. Erst ab einer Körpergröße von 150 Zentimetern dürfen Kinder ohne einen Kindersitz gesichert werden.

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