Erste Hilfe und richtiges Verhalten nach Autounfällen

Ersthelfer müssen bei einem Autounfall einen kühlen Kopf bewahren, um Verletzten helfen zu können. Wir frischen hier deine Kenntnisse über die Erste Hilfe auf.

Kühler Kopf bei Erster Hilfe

Es ist die wohl schlimmste Vorstellung für jeden Verkehrsteilnehmer, der zu einem Unfall hinzukommt und in dieser Notfallsituation vor allem richtig reagieren muss. Gefragt sind in solchen Notfällen nicht nur Zeugen, sondern oft auch Lebensretter. Bei den meisten Fahrern in Deutschland liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs bereits eine ganze Weile zurück. Das Erste-Hilfe-Wissen wird in den meisten Fällen bei einem Lehrgang vermittelt. Jeder angehende Fahrschüler absolviert ihn, bevor er sich zur Fahrschule anmeldet.

Danach vergehen oft Jahrzehnte, ohne dass ein Autofahrer sein Wissen auffrischt. Laut DEKRA tragen die Hälfte der Verkehrsteilnehmer die Angst mit sich, bei einem Notfall einen Fehler zu begehen. Damit du jedoch in einer solchen Situation kühlen Kopf bewahrst, helfen wir dir mit einem Überblick, um das Wissen aus dem Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen. Es ist auch deshalb wichtig, weil es eine moralische und gesetzliche Pflicht zur Ersten Hilfe gibt.

Wissensinhalte eines Erste-Hilfe-Kurses

Grundsätzlich ist der Kurs dazu da, um wichtige Maßnahmen für häufig vorkommende Notfallsituationen zu vermitteln. Die Erste-Hilfe-Ausbildung ist unter anderem dafür da, einem Ersthelfer die Angst und Nervosität zu nehmen. Denn nicht jeder Mensch kommt mit einer schlimmen Situation zurecht. Der Kurs verschafft mehr Handlungssicherheit, weil er die wichtigsten Schritte vermittelt, die ein Ersthelfer am Unfallort unternimmt.

Die Erste-Hilfe-Ausbildung dauert standardmäßig 7,5 Stunden und besteht aus neun Einheiten mit jeweils 45 Minuten. Dabei ist es völlig egal, ob du eine solche Schulung beim DRK (Deutsches Rotes Kreuz), dem ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) oder der Johanniter-Unfall-Hilfe startest. Bei allen Anbietern, die einen solchen Lehrgang durchführen, erwarten dich die folgenden Wissensinhalte:

  • Selbstschutz und Absicherung von Unfallstellen
  • Erkennung der Verletzungsarten
  • Wundversorgung
  • Maßnahmen bei Knochenbrüchen
  • Verbrennungen, Verätzungen und Vergiftungen
  • lebensrettende Sofortmaßnahmen: Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand, stabile Seitenlage und Verwendung von Defibrillatoren

Wie lange gilt ein Erste-Hilfe-Kurs?

Eingangs sind wir darauf eingegangen, dass der Kurs im Vorfeld der Fahrschule als Pflicht absolviert werden muss. Bei vielen Autofahrern liegt die Führerscheinprüfung schon viele Jahre zurück. Da kommt natürlich die Frage auf, ob das Zertifikat der Teilnahme überhaupt noch gültig ist. Grundsätzlich besteht die Notwendigkeit, die Schulung nur einmal abzulegen. Allerdings ist es empfehlenswert, Kenntnisse über die Erste Hilfe nach einer gewissen Zeit aufzufrischen. Kaum jemand behält dauerhaft alle Kenntnisse, die im Notfall ein Leben retten können. Betriebliche Ersthelfer in einem Unternehmen müssen zum Beispiel die Ausbildung sogar alle zwei Jahre wiederholen.

Richtig reagieren und Leben retten

Blitzeis, geplatzte Reifen oder Aquaplaning: Die Ursachen für einen Unfall sind vielfältig. Wenn du eine Unfallstelle erreichst, ist jeder einzelne Schritt von Bedeutung, denn es gilt, keine Zeit zu verlieren. Hektik ist jedoch ein schlechter Ratgeber. Daher orientierst du dich bei deiner Hilfsleistung idealerweise an diese Reihenfolge, die meist gleich ist:

  • Unfallstelle absichern
  • Überblick verschaffen
  • Rettungsdienst anrufen
  • Erste Hilfe leisten

An erster Stelle stehen immer die Eigensicherung und die Verhinderung von Folgeunfällen. Die Absicherung umfasst das Abstellen deines Fahrzeuges in ausreichender Entfernung von mindestens zehn Metern zum Unfallort. Schalte die Warnblinkanlage ein, ziehe anschließend eine Warnweste über und achte beim Betreten der Fahrbahn auf die Umgebung.

Das Warndreieck stellst du sichtbar an einer geeigneten Position auf, ohne dich zu gefährden oder den laufenden Verkehr zu behindern. Als Richtwerte für das Aufstellen des Warndreiecks gelten in der Stadt 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen mindestens 150 Meter. Eine unzureichende oder sogar fehlende Absicherung bringt Opfer und Ersthelfer in Gefahr. Unterschätze daher diese Aufgabe nicht.

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Notruf absetzen und Verletzungen bewerten

Nach der Absicherung setzt du schnell, aber mit einem möglichst klaren Bewusstsein zur Lage einen Notruf an die 112 ab. Der Mitarbeiter in der Einsatzleitstelle benötigt von dir relevante Informationen, um die richtigen Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Er wird dir einige Fragen stellen, die du ihm korrekt und so konkret wie möglich beantwortest.

  • Wo hat sich der Vorfall ereignet? Gib nachvollziehbare Hinweise zu Straße und Ort, auf der Autobahn helfen auch Anschlussstellen.
  • Was ist passiert? Erzähle grob den Unfallhergang, halte dich dabei aber an dir bekannte Fakten und spekuliere nicht.
  • Wie ist die Lage? Teile mit, wie viele Fahrzeuge in den Unfall verwickelt sind, wie viele Verletzte es gibt und wie ihr Zustand ist.

Oft ist es auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wie schwer eine Person verletzt wurde. Der Zustand lässt sich jedoch an einigen Faktoren beschreiben. Dazu zählen das Aussehen, die Position und auch das Verhalten von Betroffenen. Ist das Opfer bei Bewusstsein, sprich als Helfer beruhigend mit ihm und informiere über das baldige Eintreffen der Rettungskräfte informieren.

Liegt das Opfer regungslos im oder neben dem Auto, helfen leichte Bewegungen an der Schulter oder lautes Ansprechen, die Person aufzuwecken. Überprüfe Geschädigte auf ihre Atmung, indem du deine Wange nah an ihren Mund hältst, um Atemluft und -geräusche wahrzunehmen. Verletzte ohne Bewusstsein, aber mit normaler Atmung müssen anschließend in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte

Es kann vorkommen, dass neben den bisher genannten Maßnahmen abhängig von der Situation weitere Erste Hilfe notwendig ist. Bei den verletzten Menschen, die nicht mehr atmen, ist eine Wiederbelebung erforderlich. Als Faustregel für die Herzdruckmassage gilt es, 30 mal auf den Brustkorb zu drücken und zweimal zu beatmen. Diese Aktion ist solange durchzuführen, bis der Rettungsdienst eintrifft oder die Atmung von allein wiedereinsetzt.

Platziere für die wiederbelebenden Maßnahmen deine Handballen in der Mitte des Brustkorbs der auf dem Rücken liegenden Person. Mit den durchgestreckten Armen drückst du senkrecht etwa vier bis Zentimeter tief und ungefähr zweimal pro Sekunde. Bei der Erste-Hilfe-Ausbildung lernst du, wie ein Mensch wiederbelebt wird.

Bei Knochenbrüchen ist es wichtig, dass die Person sich bestenfalls nicht bewegt und ruhiggestellt ist. Dagegen müssen stark blutende Wunden sofort versorgt werden. Nach dem Anziehen der Handschuhe aus dem Erste-Hilfe-Kasten verwendest du Druckverbände, um die Blutung zu stoppen. Der betroffene Körperteil ist dabei möglichst hoch zu lagern. Zum Schutz vor einer Auskühlung wird das Unfallopfer mit einer Rettungsdecke oder einer Rettungsfolie aus dem Erste-Hilfe-Kasten bedeckt. Hier greift auch die psychologische Wirkung, denn die Decke bietet nicht nur Wärme, sondern suggeriert auch Geborgenheit. Das verhindert den häufig auftretenden Schock.

Um helfen zu können, ist ein Erste-Hilfe-Kasten im Auto ausnahmslos verpflichtend. Der Kasten ist ein Teil eines Erste-Hilfe-Sets, dass du immer im Auto dabei haben musst. Sonst drohen bei einer Kontrolle nicht nur Bußgelder. Im schlimmsten Fall ist im Ernstfall keine Hilfe möglich, weil wichtige Ausrüstung fehlt. Der Kasten sollte beim Kauf mindestens noch vier Jahre haltbar sein.

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Drei wichtige Fakten zur Ersten Hilfe

Im Zusammenhang mit dem richtigen Verhalten als Ersthelfer gibt es eine Reihe von Fragen, die immer wieder thematisiert werden. Wir liefern euch in der folgenden Aufzählung die Antworten.

  • Motorradhelm abnehmen? Sind Motorradfahrer bei Bewusstsein, darf der Helm aufbleiben, sofern das Opfer nicht um Abnahme bittet. Die Gefahr einer Verletzung an der Halswirbelsäule ist deutlich geringer als ein Ersticken.
  • Opfer im Auto? Oft sind Verletzte im Fahrzeug eingeklemmt. Wenn sich die Türen nicht öffnen lassen, ist das Einschlagen der Scheiben erforderlich. Allerdings dürfen die Insassen dabei nicht weiter verletzt werden. Ist eine Befreiung nicht möglich, bleibt ein Ersthelfer unbedingt in der Nähe, um den Zustand zu beobachten, erreichbare Wunden zu versorgen und mit den Leidtragenden zu sprechen.
  • Besteht Brandgefahr? Bei stark beschädigten Fahrzeugen ist das Brandrisiko nicht zu verachten, wenn der Tank oder Leitungen für den Treibstoff undicht sind. Begünstigt wird die Gefahr durch einen laufenden Motor, Zigaretten oder die elektrische Anlage. Halte den Feuerlöscher griffbereit und drehe bei einem laufenden Motor unbedingt den Zündschlüssel. Eine Explosion ist anders als in vielen Actionfilmen nicht zu erwarten.

Unterlassene Hilfeleistung und Gaffer als Problem

Zeugen eines Autounfalls können für Fehler nicht belangt werden. Ausnahmen bilden grob fahrlässiges Verhalten oder die Verweigerung der Ersthelfer-Pflicht. Wer tatenlos zusieht, ohne mindestens die Rettungskräfte zu alarmieren, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Hier drohen Verurteilungen mit hohen Geldstrafen oder Haftstrafen bis zu einem Jahr. Eine Anzeige riskieren auch Gaffer, die sich der Unfallstelle nähern, um Bilder und Videos aufzunehmen, und dabei teilweise Rettungskräfte behindern.

Unglücksfälle lassen sich durch in erster Linie durch verantwortungsvolles Fahren vermeiden. Das Toyota Safety Sense System, welches innovative Technologien und intelligente Assistenzsysteme vereint, trägt zusätzlich zur Sicherheit beim Autofahren bei.

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