MPU:

3,5 Prozent weniger Untersuchungen als im Vorjahr

2017 mussten sich 3,5 Prozent weniger Personen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen. Wir informieren dich über die wichtigsten Punkte rund um die MPU.

Alkoholfahrten sind noch immer der häufigste Grund für die Anordnung einer MPU. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Begutachtungen allerdings gesunken, 3,5 Prozent weniger Personen mussten zur MPU. Erfahre jetzt, bei welchen Verstößen die medizinisch-psychologische Untersuchung besonders oft angeordnet wird und wie sie abläuft.

Mehr BTM, weniger Alkoholfahrten

Das Bundesamt für Straßenwesen (BASt) meldet im Vergleich zum Vorjahr 3,5 Prozent weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU). Das macht bundesweit 88.035 Begutachtungen zur Fahreignung im Straßenverkehr. Wie in den letzten Jahren ist das häufigste Vergehen noch immer die Fahrt unter Alkoholeinfluss. 44 Prozent der Fahrer mussten sich in diesem Zusammenhang zur MPU melden. 25.000 Personen waren erstmals auffällig geworden, immerhin 10.000 Personen sind allerdings Wiederholungstäter.

Insgesamt hat die Zahl der MPUs wegen Alkoholfahrten aber um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Ein besorgniserregender Trend ist hingegen die Zunahme der Fälle von Betäubungsmittel- und Medikamentenmissbrauch. 23.000 Personen bekamen dafür eine MPU aufgebrummt, das sind 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Was ist eine MPU?

Medizinisch-psychologische Untersuchung, Begutachtung der Fahreignung, Idiotentest – die Namen für die medizinisch-psychologische Untersuchung sind vielfältig. Seit 1954 wird die MPU in Deutschland durchgeführt und soll eine Prognose zur Verkehrsbewährung des Fahrers stellen. Fahreignung im Sinne der MPU bedeutet die körperliche und geistige Eignung, aber auch individuelle Merkmale, wie zum Beispiel Zuverlässigkeit. Die Gründe für die Untersuchung sind vielfältig, neben Alkoholdelikten wird eine MPU auch bei Drogenmissbrauch angeordnet. Zur MPU antreten müssen außerdem Fahrer, die mehr als sieben Punkte in Flensburg angesammelt haben oder strafrechtlich aufgefallen sind.

Welche Bedeutung hat die MPU?

Für die Straßenverkehrsbehörde ist das Ergebnis der medizinisch-psychologischen Untersuchung entscheidend für die Fahrerlaubnis. Wird die MPU nicht erfolgreich abgeschlossen und die Fahrerlaubnis nicht zurück erteilt, kann nach einem vordefinierten Zeitraum ein neuer Antrag gestellt werden. Bei bestimmten Anlassgruppen kann auch eine Nachschulung durchgeführt werden. Nach der Teilnahme an den entsprechenden Kursen wird die Fahrerlaubnis dann wieder erteilt. 2017 wurden 5,1 Prozent der begutachteten Personen als „nachschulungsfähig“ eingestuft.

Wie läuft die MPU ab?

Die durchschnittliche Dauer der MPU beträgt drei bis vier Stunden und besteht aus drei Einheiten:

  • Leistungstest 
  • Medizinischer Test
  • Psychologischer Test

Neben der Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit werden auch die Belastbarkeit und das Fahrverhalten beobachtet. Die konkrete Fragestellung richtet sich dabei nach dem jeweiligen Grund für die Untersuchung. Außerdem werden verkehrsrechtlich relevante Krankheiten, Alkohol- und Drogenmissbrauch überprüft. Die körperliche Untersuchung umfasst auch die Kontrolle von Nerven und Reflexen, sowie Herz und Kreislauf. Zudem geben psychologische Gespräche Auskunft über die Einsicht des Fahrers in sein Fehlverhalten. Es soll gesichert werden, dass das eigene Verhalten zuverlässig verbessert wird.

Etwa zwei Wochen nach der Untersuchung bekommen die Prüflinge den Bescheid. Das Gutachten muss alle Befunde aufzeigen und die Inhalte der Gespräche wiedergeben, damit sollen alle Prozesse nachvollziehbar und überprüfbar gemacht werden.

Mit einer sorgfältigen Vorbereitung steigen die Chancen auf ein positives Gutachten deutlich. Es gibt eine Vielzahl an Kursen, die sich stark in Kosten und Inhalt unterscheiden. Garantieversprechen sind immer ein Warnzeichen und unseriös. Vertrauenswürdige Vorbereitungskurse setzen sich besonders mit der Ursache für den Verlust des Führerscheins auseinander.

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