Deutsche Städte wollen öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen.

Erfahre hier alle Hintergründe.

Ein Euro pro Tag - das verlangt die Stadt Wien für ein Jahresticket für Bus und Bahn. Der Bund will ähnlich attraktive Modelle nun auch in deutschen Städten testen. Erfahre hier alle Hintergründe.

Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen - wenn es nach der Bundesregierung geht, sollen die Einwohner und Pendler dieser Modellstädte bald von einem attraktiveren Nahverkehr profitieren. Der Bund will mit rund 128 Millionen Euro in neue Mobilitätskonzepte investieren und damit ein Versprechen gegenüber der EU-Kommission zumindest in Teilen einlösen. Wir erklären dir, was es damit auf sich hat.

Bund will Luftreinhaltung fördern - und weitere Diesel-Verbote abwenden

Im Februar hatte die Bundesregierung in einem Brief an die EU-Kommission erwägt, einen kostenlosen Nahverkehr einzuführen, um den Schadstoffausstoß in den Städten weiter zu reduzieren und letztlich auch drohende Diesel-Verbote abzuwenden. Allerdings hat die EU-Kommission dennoch ernst gemacht und vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Kommunen geklagt, die die festgelegten Grenzwerte zur Luftreinhaltung nicht einhalten.

Zusätzlich hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Städte Fahrverbote für Dieselautos festlegen können, sofern die Grenzwerte nicht anders eingehalten werden können. Hamburg hat die ersten Verbote bereits eingeführt, andere deutsche Städte könnten folgen.

Wien als Vorbild

Trotzdem oder gerade angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um die Diesel-Verbote will die Bundesregierung an jenem Versprechen aus dem Februar festhalten - zumindest in Teilen. Einen kostenlosen Nahverkehr soll es vorerst nicht geben, wohl aber testweise deutliche Vergünstigungen und Ausbauten in ausgewählten Städten.

Als Vorbild gilt Wien mit 365 Euro für eine Jahreskarte und der damit einhergehenden positiven Entwicklung seit 2012: Doppelt so viele Menschen nutzen seit der Vergünstigung den Nahverkehr. Hierzulande sollen zunächst 128,1 Millionen Euro vom Bund in den öffentlichen Nahverkehr fließen.

Wie sieht die geplante Finanzhilfe im Detail aus?

Mit dem Maßnahmenpaket soll laut dem Handelsblatt hauptsächlich der Nahverkehr in den genannten Städten vergünstigt und ausgebaut werden. Außerdem sind in einigen Städten Park&Ride-Systeme und Radstraßen geplant. Folgendes ist für die Modellstädte bezüglich der Ticketpreise vorgesehen:

Bonn will ein Preismodell nach dem Wiener Vorbild umsetzen. Der Bund würde für die ausbleibenden Einnahmen in Höhe von 22 Millionen Euro aufkommen.

Essen plant, dass Neukunden für ein 30-Monate-Abo nur 15 Monate bezahlen. Außerdem sind Freifahrten für Carsharing und Taxigutscheine vorgesehen.

Herrenberg will die Kosten für das Monatsticket um die Hälfte reduzieren.

Reutlingen will sich ebenfalls am Wiener Modell orientieren und zusätzlich eine kostenlose Mitgliedschaft bei einem regionalen Carsharing-Anbieter möglich machen.

Mannheim stellt Preissenkungen bis zu einem Drittel in Aussicht sowie Jobtickets für Unternehmen.

Die vorgesehen Subventionen müssen noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Wie es anschließend weitergeht, bleibt abzuwarten. Klar ist schon jetzt mit Blick auf Vorreiter Wien: Damit die Subventionen Wirkung zeigen und mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, muss dieser nicht nur günstig sein, sondern auch attraktiv gestaltet werden. Es müssen mehr Busse und Bahnen eingesetzt werden, um den erhofften Nachfrageschub auch bewältigen zu können. In Wien hat dies zu erheblichen Mehrkosten für die Stadt geführt. Dennoch werden die Grenzwerte in Wien noch überschritten.

Luftreinhaltung weltweit eine Herausforderung

Die Luftreinhaltung in den Innenstädten stellt jedoch eine Herausforderung dar, in die es sich zu investieren lohnt - auch in Form von technischen Innovationen. Toyota trägt seinen Teil dazu bei und hat jüngst den Serienstart für Brennstoffzellenbusse in Tokio eingeläutet. Die öffentlichen Verkehrsmittel stoßen keinerlei Schadstoffe aus und können so einen wesentlichen Beitrag zu sauberer Luft in Städten leisten.

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