NEFZ wird WLTP –

was jetzt auf Autofahrer zukommt

Ab dem 1. September 2018 gilt das Testverfahren WLTP für neu zugelassene Fahrzeuge. Was sich für Autofahrer ändert und wie das die Kfz-Steuer beeinflusst.

Realitätsnäher als der „Neue europäische Fahrzyklus“ soll es sein, das neue Testverfahren WLTP. In Europa müssen ab dem 1. September 2018 die Abgas- und Verbrauchswerte aller neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge im WLTP gemessen werden und vorliegen. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen rund um das neue Testverfahren und sagen dir, was jetzt auf Autofahrer zukommt.

Warum gibt es das neue Testverfahren?

Der Verbrauch auf dem Papier und der tatsächliche Verbrauch auf der Straße lagen bisher weit auseinander. Wer ist schuld? Der NEFZ (Neuer europäischer Fahrzyklus oder auch: NEFZ-Zyklus) galt seit 1992 als Standard für die Messung von Schadstoffemissionen, es fehlte der tatsächliche Verbrauch. Das wurde im Laufe der Jahre zwar nachgebessert, dennoch steht das Testverfahren schon lange in der Kritik.

Bemängelt wurden immer wieder mangelnde Realitätsnähe und Dynamik, entwickelt wurde es schließlich für die Messung von Emissionen als theoretische Testfahrt. Mit voranschreitender Entwicklung in der Automobiltechnik kann der NEFZ nun nicht mehr mithalten. Zu groß ist die Kluft zwischen den ursprünglichen Testparametern und dem tatsächlichen, individuellen Fahrverhalten.

Die Entwicklung des WLTP

Die Einführung des WLTP soll realitätsnähere Verbrauchsangaben machen und Transparenz für Verbraucher schaffen. Das Testverfahren wurde im Auftrag des UN-Gremiums World Forum for Harmonization of Vehicle Regulations entwickelt. Die Entwicklung startete bereits 2007 mit dem Ziel, einen weltweit gültigen Prüfzyklus festzulegen. Dementsprechend sperrig der Name: Worldwide Light-Duty Vehicles Test Procedure (WLTP).

Der WLTP basiert im Gegensatz zum NEFZ auf den realen Fahrdaten aus drei Kontinenten – Asien, Europa und den USA. 750.000 Kilometer wurden dafür auf den Messfahrten zurückgelegt und bildeten die Basis für die neue Testprozedur. Seit dem 1. September 2017 ist der WLTP europaweit verpflichtend für Typgenehmigungen neuer Pkw und Nutzfahrzeuge – ab dem 1. September 2018 nun auch für alle Neuzulassungen.

Das unterscheidet den WLTP vom NEFZ

Mit neuen Testparametern wurde der WLTP an moderne, realistische Ansprüche angepasst. Zum Beispiel wurde eine neue Temperaturregelung getroffen, die neben einem Standardszenario bei 23 Grad in Europa auch bei 14 Grad testet.

Wir haben für dich die wichtigsten Unterschiede im Überblick:


NEFZ WLTP
Starttemperatur Kalt Kalt
Zykluszeit 20 Minuten 30 Minuten
Standzeitanteil 25 % 13 %
Zykluslänge 11 Kilometer 23,25 Kilometer
Testzyklus Einfach Dynamisch
Streckenprofile 2 Phasen 4 Phasen (Stadtfahrt, Überland, Autobahn mit zwei Geschwindigkeiten)
Testtemperatur 20-30 Grad 14 und 23 Grad
Geschwindigkeit Mittel: 34 km/h bis maximal: 120 km/h Mittel: 74 km/h bis maximal: 131 km/h
Beschleunigung Mittel: 0,39 m/s2 bis maximal: 1,04 m/s2 Mittel: 0,50 m/s2 bis maximal: 1,58 m/s2
Sonderausstattung (z.B. Schiebedach) Wurde nicht berücksichtigt Wird berücksichtigt
Quelle: Verband der Automobilindustrie
Welche Auswirkungen hat der WLTP für Autofahrer?

Für Autofahrer bedeuten die neuen Testbedingungen vor allem eines: Der Durchschnittsverbrauch in den Verkaufsprospekten steigt und wird realitätsnäher. Wie kommt das? Der Verbrauch ist keine Konstante, er hängt vom individuellen Fahrstil, dem Wetter und den Straßenverhältnissen ab. Auch die Klimaanlage oder die Campingausrüstung im Kofferraum beeinflussen den Spritverbrauch. Der WLTP wird nicht alle Aspekte der individuellen Nutzung berücksichtigen können, nähert sich aber deutlich mehr an, als es der NEFZ bisher tat. Der Verband deutscher Automobilhersteller geht bei den Verbrauchsangaben in Zukunft von einem Plus von etwa 20 Prozent aus.

Wie wirkt sich der WLTP auf die Kfz-Steuer aus?

Ab dem 1. September 2018 werden die nach WLTP ermittelten CO2-Werte auch für die Ermittlung der Kraftfahrzeugsteuer berücksichtigt. Der ehemalige Bundesfinanzminister Schäuble prognostizierte bereits 2017 ein zu erwartendes Steuerplus von insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Diese Schätzung ist natürlich noch grob; Neuwagenkäufer müssen trotzdem mit höheren Kosten rechnen, denn die Kfz-Steuer berechnet sich zumindest teilweise nach dem Ausstoß von CO2. Jedes Gramm CO2 oberhalb der Grenze von 95 Gramm wird mit 2 Euro besteuert. Nach der Umstellung von NEFZ auf WLTP kann sich das nun deutlich bemerkbar machen.

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Mehr Informationen zum WLTP-Fahrzyklus erhältst du hier.

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