Benzinknappheit durch Dürre –

Tankstellen geht der Sprit aus

In einigen deutschen Regionen müssen Tankstellen momentan vorübergehend schließen, weil der Nachschub an Sprit ausbleibt.

Von der deutsch-belgischen Grenze über das Rheinland bis nach Bayern: Immer mehr Tankstellenbetreiber sitzen derzeit auf dem Trockenen, weil der kostbare Sprit auf sich warten lässt. Grund für die Lieferschwierigkeiten ist die Dürreperiode und der damit verbundene Niedrigwasserstand der Flüsse. Wir erklären, was es mit dem Problem genau auf sich hat und wie sich der Spritmangel auf die Verbraucher auswirkt.

Heißer Sommer hinterlässt Spuren

Tankstellenbesitzer müssen sich momentan in Geduld üben, denn die Logistik für die Belieferung der Tankstellen ist vorübergehend gestört. Das Problem nahm schon Anfang September seinen Lauf, als eine Raffinerie in Bayern, die große Teile Süddeutschlands mit Sprit versorgt, nach einem Großbrand ausfiel.

Erschwerend kamen jetzt die Auswirkungen des heißen Sommers hinzu. Die hohen Temperaturen sind zwar inzwischen passé, ihre Folgen halten aber noch an. Flüsse wie Rhein und Donau führen nach wie vor einen niedrigen Wasserstand, was die Schifffahrt negativ beeinträchtigt. Tankschiffe können aktuell nur zwischen 20 und 30 Prozent der üblichen Ladung transportieren, damit sie nicht auf Grund laufen. Einige Häfen im Rheingebiet werden sogar überhaupt nicht mehr angefahren. Dadurch können die Treibstoff-Lager zahlreicher Tankstellen nicht ausreichend aufgefüllt werden.

Regierung wirkt Treibstoff-Mangel entgegen

Um das Problem zu lösen, hat die Bundesregierung einen Teil der deutschen Erdölreserven freigegeben. Damit der Wirtschaft und dem Verbraucher keine Einschränkungen drohen, wurde eine begrenzte Menge an Diesel, Benzin und Kerosin zur Verfügung gestellt. Der Zugriff auf die Reserven ist allerdings auf bestimmte Regionen begrenzt: Die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg dürfen die Vorräte nutzen, ebenso die Regierungsbezirke Köln und Unterfranken.

Info: Die Ölreserve des Bundes ist gesetzlich vorgeschrieben, um bei Engpässen reagieren zu können und die Produktion von beispielsweise Heizöl zu garantieren. Der Erdölbevorratungsverband (EBV) ist für die Reserve zuständig.

Zudem versuchen die Ölkonzerne, ihre Transporte aufgrund des Niedrigwasserstands soweit wie möglich auf den Straßen- und Schienenverkehr zu verlegen. Dort ergibt sich jetzt allerdings ein logistisches Problem: Die Belieferung der Tankstellen mit Treibstoff ist durcheinandergeraten, weil die Tanklastwagen nun sowohl die Depots der Ölreserven ansteuern als auch die bisherigen Stammrouten abfahren müssen.

Benzinpreise steigen

Die Kosten, die für die Konzerne bei der Organisation der neuen Logistikkette entstehen, reichen sie an die Kunden weiter. So sind die Benzinpreise in den letzten Wochen teilweise um mehr als 20 Cent pro Liter gestiegen, eine Besserung der Lage ist bislang nicht wirklich in Sicht. Deshalb gilt für den Verbraucher vorerst, sich preisbewusst zu verhalten und möglichst spritsparend unterwegs zu sein.

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