Tachomanipulation erkennen:

Wie du das Risiko beim Kauf verringerst

Tachomanipulation ist keine Seltenheit. Wir erklären, wie Betrüger vorgehen und wie du dich davor schützen kannst.

Heutzutage funktioniert es im Handumdrehen, den Tachostand zu manipulieren. Geräte, die den Kilometerstand zurückdrehen, sind schon sehr günstig zu erwerben – und nur schwer nachzuweisen. Tachomanipulation kommt deshalb sehr häufig vor, jeder dritte Gebrauchtwagen weist einen frisierten Kilometerstand auf. Wie der Betrug genau funktioniert und wie du eine Tachomanipulation erkennst, liest du hier.

Tachomanipulation: So gehen Betrüger vor

Der Kilometerstand kann ganz einfach und ohne großen technischen Aufwand zurückgedreht werden. Dazu nutzen Betrüger ein Gerät, das ab etwa 100 Euro aufwärts erworben werden kann. Zusammen mit der passenden Software erfolgt die Tachomanipulation dann, indem das Gerät an die OBD-Schnitt¬stelle – den Zugang zum elektronischen Innenleben des Wagens – angeschlossen wird. In Sekundenschnelle lässt sich so der Kilometerstand erneuern.

So lässt sich Tachojustierung nachweisen

Um einen solchen Betrug direkt oder indirekt zu erkennen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Laufleistung hinterfragen: Durchschnittlich wird ein Auto in Deutschland jährlich rund 12.000 Kilometer gefahren, bestimmte Vielfahrerautos (Diesel) auch bis zu 20.000 Kilometer oder mehr. Ein sehr niedriger Kilometerstand sollte je nach Fahrzeugtyp immer nachvollziehbar begründet werden können.
  2. Unterlagen sichten: Egal ob Serviceheft, Reparatur-Rechnungen oder TÜV-Berichte – vor dem Kauf sollten alle Unterlagen genau durchgeschaut und kritisch überprüft werden. Aber Achtung: Oft sind die Angaben im Serviceheft mitgefälscht. Ein Indiz kann zudem der Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum sein. Üblicherweise wird ein Ölwechsel alle 30.000 Kilometer durchgeführt. Ist der nächste Wechsel bei 190.000 Kilometern fällig und der Tacho des Autos steht auf 90.000 Kilometern, kann es hier nicht mit rechten Dingen zugehen.
  3. Gebrauchsspuren checken: Ein starker Verschleiß an Sitzen, Lenkrad oder Pedalen deutet auf eine häufige Nutzung hin. Abnutzungserscheinungen sind ganz normal, allerdings sollten sie auch zur Kilometerleistung des Fahrzeugs passen.
  4. Vorbesitzer kontaktieren: Der Vorbesitzer des Wagens lässt sich meistens über Einträge im Service-Heft ausfindig machen. Dort können bei Verdacht auf eine Tachomanipulation Angaben über den letzten Tachostand erfragt werden.
Absicherung per Kaufvertrag

Bei Vertragsschluss solltest du genau aufpassen und dich nicht auf Formulierungen wie „Fahr¬leistung laut Vorbesitzer“, „Tacho¬stand wie abge¬lesen“ oder „Kilometerstand soweit bekannt“ einlassen. Denn diese sind unverbindlich und gelten vor Gericht als Hinweis, dass der Verkäufer nicht für die Richtig¬keit des Kilo¬meter¬standes einstehen will. Deshalb sollte im Kaufvertrag immer eine schriftliche, verbindliche Angabe zur „tatsächlichen Laufleistung“ bestehen. Denn das führt später zu einer besseren rechtlichen Grundlage, falls du eine Tachomanipulation nachweisen kannst.

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