Unfall im Ausland:

Was tun, wenn es kracht?

Wenn es im Urlaub zum Unfall kommt, ist die Überforderung oft groß. Damit ein Blechschaden nicht zum Stimmungskiller wird, erklären wir das richtige Vorgehen und die wichtigsten Fragen.

Bei einem Unfall im Ausland gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie in Deutschland, aber auch innerhalb der EU gibt es einige Unterschiede. Auch wenn niemand die Situation erleben will - wer sich vorab informiert, kann vor Ort schneller handeln und hat letztlich auch in Versicherungsfragen den Überblick.

1. Die wichtigsten Vorbereitungen für den Fall der Fälle

Damit du für einen möglichen Unfall im Ausland gerüstet bist, solltest du vor der Fahrt in den Urlaub ein paar Vorbereitungen treffen. Grundsätzlich solltest du dein Fahrzeug aus Sicherheitsgründen einem ausgiebigen Urlaubscheck unterziehen. Zum anderen gilt es, neben dem Reisegepäck und ausgelassener Urlaubsstimmung auch folgende Dinge im Fahrzeug mitzuführen:

  • Unfall-Ausrüstung: Dazu zählen das Warndreieck, die Warnwesten (eine pro Passagier), das Autowerkzeug und der Verbandskasten.
  • Die “Grüne Versicherungskarte”: Die "Grüne Versicherungskarte" dient im Ausland als Nachweis der Kfz-Versicherung und erleichtert die Schadensabwicklung. In den meisten EU-Ländern muss sie nicht mitgeführt werden, das gilt allerdings nicht für die Türkei und einige andere osteuropäische Urlaubsziele. Informiere dich vorab, ob die “Grüne Karte” für dein Reiseziel Vorschrift ist. Du kannst sie vor Reiseantritt gratis bei deiner Versicherung beantragen. 
  • Exemplar des Europäischen Unfallberichts: Wenn es kracht, hilft der Europäische Unfallbericht beim präzisen Protokollieren und beugt Missverständnissen mit fremdsprachigen Unfallbeteiligten vor. Das Formular ist in allen europäischen Sprachen erhältlich und kann von den Beteiligten Schritt für Schritt gemeinsam ausgefüllt und unterschrieben werden.
  • Notrufnummern notieren: Es kann nie schaden, die länderspezifischen Notrufnummern zu notieren und auch die Notrufnummer der Versicherung auf der Autoreise mitzuführen, um sie im Falle eines Unfalls schnell zur Hand zu haben.
2. Autounfall - Was tun am Unfallort?

Wenn es im Ausland kracht, gilt das gleiche wie hierzulande auch. Zunächst einmal heißt es: Ruhe bewahren. Als erstes muss dann die Unfallstelle gesichert werden. Schalte das Warnblinklicht an und ziehe die Warnweste an, um für den Verkehr ringsum den Unfallort sichtbar zu sein. Anschließend muss das Warndreieck aufgestellt werden - innerorts in 50 Metern, auf Landstraßen in 100 Metern und auf der Autobahn in mindestens 150 Metern Entfernung vom Unfallort.

Gibt es Verletzte, muss natürlich Erste Hilfe geleistet werden und gegebenenfalls der Krankenwagen gerufen werden. Im EU-Ausland erreichst du unter der europäischen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst, auch ohne SIM-Karte.

3. Polizei rufen

In puncto Polizeiruf tun sich im europäischen Ausland dann die ersten Unterschiede auf. In Polen, Kroatien oder Rumänien etwa muss bereits bei kleineren Schäden die Polizei alarmiert werden. Ohne ein polizeiliches Protokoll wird der Unfallschaden von den Autoversicherungen dieser Länder sonst oftmals nicht anerkannt. In anderen Ländern ist dies erst bei Personenschäden und schweren Unfällen notwendig. Weil die Sachlage für Laien oft unklar ist, solltest du immer auf Nummer sicher gehen und generell die Polizei hinzuziehen, nachdem es gekracht hat.

Beachte dabei: Selbst wenn sich der Unfallgegner vom Unfallort entfernt oder sich die Kollision mit einem stehenden und fahrerlosen Fahrzeug ereignet hat, musst du in jedem Fall auf die Polizei warten. Das Verlassen des Unfallortes kann ansonsten eine strafrechtliche Verfolgung wegen Unfallflucht nach sich ziehen.

4. Beweise sichern

Bei kleineren Schäden können die Unfallwagen bewegt werden, um keine Gefahr für den Verkehr darzustellen. Bei größeren Schäden allerdings sollten die involvierten Fahrzeuge in keinem Fall bewegt werden. Auch Unfallspuren sollten unangetastet bleiben. Weil Unfallverursacher die Unfallverursachung nicht selten abstreiten, ist es stattdessen wichtig, den Unfallort soweit wie möglich zu dokumentieren.

Idealerweise fotografierst du mit deiner Handy-Kamera die involvierten Fahrzeuge und Schäden aus verschiedenen Perspektiven. Ebenso sollte alles Weitere festgehalten werden, das Aufschluss über den Unfallhergang geben könnte. Dazu zählen etwa Glassplitter oder Bremsspuren. Auch die geltenden Verkehrsregelungen, d.h. die Verkehrsschilder vor Ort, sollten geknipst werden.

5. Die eigene Versicherung informieren

Als Versicherter hast du in der Regel eine Informationspflicht. Deshalb solltest du als nächstes deine Autoversicherung über den Unfall in Kenntnis setzen. Das gilt auch für eine mögliche Rechtsschutzversicherung und den Auslandsschutzbrief. Solltest du der Geschädigte sein, muss auch die Versicherung des Unfallgegners informiert werden. Diese lässt sich im Zweifel über den Zentralruf der Autoversicherer (+49 300 330 300) in Erfahrung bringen.

Deine Versicherung wird dir dann die nächsten Schritte mitteilen und klären, was mit dem verunfallten Fahrzeug passieren muss. Je nach Versicherung und Situation vor Ort kann etwa eine Überführung nach Deutschland oder eine Reparatur in einer Vertragswerkstatt im Ausland verlangt werden. Handle hier immer in Absprache mit der Versicherung, damit keine Zusatzkosten auf dich zukommen.

Fazit

Vorbereitung ist das A und O - wenn du dein Auto vorab auf seine Funktionalität hin checkst und die notwendige Ausrüstung sowie Dokumente und Notrufnummern für einen Unfall mitführst, fährst du auf der sicheren Seite. Natürlich solltest du dich vorab auch über die landesspezifischen Verkehrsregeln informieren.

Kommt es dennoch zum Unfall, bleibe ruhig und gehe die genannten Punkte Schritt für Schritt durch. Um im Schadensfall bestens abgesichert zu sein, empfiehlt sich die mehrfach ausgezeichnete Toyota Kfz-Versicherung. Profitiere bei Auslandsfahrten u.a. von der Mallorca-Police und dem Auslandsschutz inklusive Schutzbrief zu günstigen Tarifen!

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