Winterreifenpflicht:

Das musst du über Winterreifen wissen

Schon bevor der erste Schnee rieselt und die Straßen zur Rutschpartie werden, sollte dein Auto mit geeigneten Winterreifen ausgestattet sein. Wir schauen uns die Winterreifenpflicht in Deutschland genauer an und erläutern, welche Eigenschaften wintertaugliche Reifen kennzeichnen.

Was heißt Winterreifenpflicht?

Die Winterreifenpflicht ist in Deutschland in der Straßenverkehrszulassung (StVO) geregelt. Die Winterreifenpflicht gilt seit Dezember 2010. Nach § 2 Absatz 3a StVO müssen Winterreifen nach der Richtlinie 92/23/EWG verwendet werden, wenn Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte vorherrscht. Diese gesetzliche Anforderung besteht seit Januar 2018 und beinhaltet, dass neue Winterreifen mit einem Alpine-Symbol versehen sein müssen. Das Alpine-Symbol ist als Schneeflocke erkennbar und befindet sich in der Mitte eines einfach gezeichneten Berg-Symbols. Ohne das Schneeflocken-Symbol wird die Winterreifenpflicht nicht erfüllt, weil es sich dann um eine falsche Bereifung handelt.

Zuvor waren Winterreifen mit einem M+S-Zeichen versehen. Sie erfüllten jedoch nicht mehr alle Anforderungen. Trotzdem dürfen Winterreifen, die vor 2018 gekauft wurden und noch nicht das neue Berg-Piktogramm besitzen, bis Ende September 2024 noch gefahren werden. Dank dieser Übergangsregelung werden die Geldbeutel der Autofahrer entlastet.

Oft stellen sich Autofahrer auch die Frage, ob es eine Winterreifenpflicht für Anhänger gibt. Laut DEKRA wird die Winterreifenpflicht nicht für Anhänger vorgeschrieben. Allerdings ist auch für Anhänger eine geeignete Bereifung empfehlenswert, um eine sichere Fahrt durch den Winter zu gewährleisten.

Wann muss ich Winterreifen verwenden?

Die Winterreifenpflicht nach der Straßenverkehrsordnung sieht keinen bestimmten Zeitraum vor. In Deutschland besteht die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Damit sind die winterlichen Straßenverhältnisse wie Glatteis, Schnee, Schneeglätte und Schneematsch gemeint. Bei diesen winterlichen Wetterverhältnissen müssen am Auto Winterreifen verwendet werden. Wer beim ersten Schnee noch mit Sommerreifen unterwegs ist, begeht eine grobe Fahrlässigkeit, die am Ende teuer werden kann.

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Im Volksmund sprechen Autofahrer häufig davon, mit Winterreifen von O bis O zu fahren, also von Oktober bis Ostern. Diese gängige Faustregel gilt nach wie vor und ist eine gute Orientierung, aber kein gesetzlicher Zeitraum für die Winterreifenpflicht. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass bereits im Herbst oder im späten Frühjahr winterliche Verhältnisse mit Kälte und Schnee herrschen. Oft zwar nur für wenige Tage, aber mit Winterreifen bist du auch in dieser Situation sicher und zuverlässig auf der Straße unterwegs.

Oktober bis Ostern beschreibt also anschaulich und einprägsam den Zeitrahmen, in dem die situative Winterreifenpflicht greift. Sie ist erfüllt, wenn ein Auto auf allen vier Rad-Positionen geeignete Winterreifen aufgezogen hat. Sommerreifen sind spätestens bei den ersten winterlichen Bedingungen tabu, daher solltest du im Zweifel nicht zu lange mit dem Reifenwechsel warten. Zwischen Ostern und September sind Sommerreifen mit gutem Gewissen fahrbar.

Eine Alternative, die du prüfen kannst, sind Ganzjahresreifen. Sie ersparen dir einerseits die ständigen Wechsel, andererseits können Ganzjahresreifen niemals die winterliche Witterung und die sommerlichen Wetterverhältnisse auf der Straße optimal abdecken. Dagegen bieten dir Winter- und Sommerreifen im Vergleich zu den Ganzjahresreifen jeweils individuell bessere Fahreigenschaften.

Wo darf ich nur mit Schneeketten fahren?

Die Pflicht für Schneeketten besteht nicht grundsätzlich bei viel Schnee auf der Straße, sondern nur dann, wenn die Strecke mit einem blauen Verkehrsschild ausgezeichnet ist. Auf dem Verkehrszeichen 268 ist ein Reifen mit einer angebrachten Schneekette abgebildet. Ist eine solche Straße verschneit, darf die Fahrt nur fortgesetzt werden, wenn Schneeketten aufgezogen sind. Wer sich daran nicht hält und ertappt wird, muss mit eine Geldstrafe in Höhe von 20 Euro in Kauf nehmen. Zu beachten ist an dieser Stelle auch, dass Schneeketten allein nicht die Winterreifen ersetzen. Schneeketten über den Sommerreifen erfüllen nicht die Anforderungen der Winterreifenpflicht.

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Sommerreifen im Winter: Wer haftet bei Unfällen?

Grundsätzlich riskieren Autofahrer, die sich nicht an die Winterreifenpflicht halten, ihr eigenes Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer. Zusätzlich drohen hohe Zahlungen, wenn Fahrzeugführer im Winter mit Sommerreifen auf schneebedeckten Straßen entlang schlittern. Selbst ohne Unfall werden Fahrer mit einer Strafe von 60 Euro zur Kasse gebeten. Sollten diese bei winterlichen Bedingungen auch noch den Verkehr behindern, da sie mit Sommerreifen nur sehr langsam fahren können, müssen sie 80 Euro zahlen. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer werden 100 Euro fällig. In allen drei Fällen kassieren Autofahrer jeweils einen Punkt in Flensburg.

Bei einem Unfall drohen noch schwerwiegendere Konsequenzen. Je nach Versicherungsart und Mitschuld können Kfz-Versicherungen einen Regress von bis zu 5.000 Euro bei den Fahrern einfordern. Auch wenn die Versicherung alle Fälle abdeckt, gibt es Ausnahmen. Denn Versicherungen vertreten das Interesse der Verkehrssicherheit und kommen nicht bei allen Schäden auf, wenn der Autofahrer den Unfall durch die nicht eingehaltene Winterreifenpflicht verursacht hat.

Beschaffenheit von fahrtüchtigen Winterreifen

Um bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht ins Rutschen zu geraten, sollten brauchbare Winterreifen ein Profil von mindestens drei Millimetern haben. Bei Sommerreifen sind es übrigens vier Millimeter. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe nach § 36 Absatz 2 der StVO liegt bei mindestens 1,6 Millimetern. Sobald du diese Profiltiefe unterschreitest, solltest du dringend die Winterreifen wechseln. Wenn sich Autofahrer nicht an diese Vorgabe halten, müssen sie mit einer Geldstrafe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei einer daraus resultierenden Gefährdung von Menschen droht ein Bußgeld von 90 Euro.

Um die Profiltiefe zu messen, eignen sich entweder ein Profilmesser oder eine einfache 1-Euro-Münze. In letzterem Fall kannst du die Münze vertikal zwischen die Profil-Rillen des Winterreifen schieben. Verschwindet der goldene Rand der Münze komplett im Profil, sind die Winterreifen weiter nutzbar. Wenn jedoch ein Teil des Goldrandes herausschaut, ist der Reifen sehr wahrscheinlich bereits so abgefahren, dass er über kein ausreichendes Profil mehr verfügt. In dem Fall heißt es, ab in die Werkstatt für neue Reifen.

Tipps zum Fahren mit Winterreifen

Mit folgenden Hinweisen bist du beim Fahren mit Winterreifen auf der sicheren Seite:

  • Halte die zugelassene Höchstgeschwindigkeit deiner Winterreifen ein. Die Angabe dazu findest du auf der Seitenwand des jeweiligen Reifens.
  • Ziehe aller vier Jahre neue Reifen auf, maximal aller acht Jahre. Mit porösen Reifen gefährdest du dich und andere Verkehrsteilnehmer.
  • Lasse deine Winterreifen regelmäßig in der Werkstatt auf Risse und Schäden prüfen.
  • Vermeide es, Winterreifen im Sommer zu verwenden, da sie aufgrund der Wärme eine schwammige Fahrweise erzeugen und sich schneller abnutzen.

Winterreifenpflicht in anderen Ländern

Planst du einen Winterurlaub oder Ausflug zum Skifahren? Dann informiere dich vorab über die Winterreifenpflicht in angrenzenden Staaten. Solltest du mit dem Auto direkt auf Berge fahren, packe auf jeden Fall geeignete Schneeketten mit ein.

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  • Österreich: keine generelle Winterreifenpflicht: Winterreifen zwischen November und April empfehlenswert
  • Schweiz: keine generelle Winterreifenpflicht: Empfehlung zur Nutzung von Winterreifen bei Schnee und Glatteis
  • Italien: regional sehr unterschiedliche Pflicht für Winterreifen: Informiere dich in deinem jeweiligen Urlaubszielort.
  • Frankreich: keine generelle Winterreifenpflicht, aber verwende Winterreifen bei winterlichen Wetterbedingungen und achte auf Beschilderungen
  • Tschechien: Winterreifenpflicht gilt vom 01. November bis zum 31. März

Wie oft soll ich neue Winterreifen kaufen?

Während Qualität und Grip insbesondere in der kalten Jahreszeit eine wichtige Rolle bei der Wahl der Reifen spielen sollten, warnt der ADAC zusätzlich vor dem Kauf länger gelagerter Winterreifen. Die Winterreifenpflicht schreibt hier keine Fristen vor. Laut Automobilclub ist es im Reifenhandel aber nicht unüblich, dass neu nicht immer neu heißen muss. Die Herstellung der neu wirkenden Reifen kann also bereits Jahre zurückliegen.

Um Schnee, Nässe oder Frost zu trotzen, braucht dein Fahrzeug den sicheren Grip guter Winterreifen. Damit du auch auf schwierigem Untergrund immer sicher unterwegs bist, bieten die Toyota Original Winterkompletträder innovative Profile für kurze Bremswege, höchstes Sicherheitsniveau und eine rutschfeste Fahrt.

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